Katholische Bischöfe und Laien beraten über Kirchenreformen

Katholische Bischöfe und Laien beraten über Kirchenreformen
Der katholische Reformdialog, der Synodale Weg, ist ein kirchenrechtliches Unikat: Erstmals sprechen katholische Bischöfe und Laien über notwendige Veränderungen für die Zukunft. Die evangelische Kirche blickt mit Interesse auf mögliche Reformen.

Katholische Bischöfe und Kirchenbasis treffen sich am Donnerstag erstmals, um über Kirchenreformen zu beraten. 230 Delegierte kommen zur ersten Plenarversammlung des sogenannten Synodalen Wegs in Frankfurt am Main zusammen. Der Synodale Weg ist ein innerkatholischer Reformdialog, der zwischen der katholische Deutschen Bischofskonferenz und der wichtigsten katholischen Laienorganisation, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken, verabredet wurde. Die erste Synodalversammlung tagt bis zum 1. Februar im evangelischen Dominikanerkloster. Sie beginnt am Donnerstag mit einer Messe im Frankfurter Bartholomäus Dom.

Die Synodalversammlung wird über die Lehren aus dem Missbrauchskandal diskutieren, vier Themenbereiche stehen bereits fest: klerikaler Machtmissbrauch, katholische Sexualmoral, priesterliche Lebensformen und Pflichtzölibat sowie die Rolle der Frau in Diensten und Ämtern der Kirche. Der Synodale Weg ist ein kirchenrechtliches Unikat. Der Dialog ist auf zwei Jahre angelegt. Erste Beschlüsse werden aber erst auf der zweiten Synodalversammlung im Herbst erwartet.

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung begrüßte den Reformprozess. "Wir begleiten den Synodalen Weg der katholischen Geschwister mit viel Sympathie und mit unseren Gebeten", sagte Jung am Mittwoch in Darmstadt. Der Synodale Weg werde auch die Vorbereitungen auf den Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main prägen, sagte er. Vieles werde "davon abhängen, ob Ergebnisse erzielt werden, die dann auch in konkrete Reformschritte umgesetzt werden". Wenn dabei sichtbar werde, dass die beiden Kirchen viel mehr verbindet als sie trennt, "wäre das ein hoffnungsvolles Signal".

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