Pistorius will weiter für Flüchtlingskinder von Lesbos kämpfen

Pistorius will weiter für Flüchtlingskinder von Lesbos kämpfen

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) will nach eigenen Angaben weiter versuchen, unbegleitete Flüchtlingskinder von Lesbos und anderen griechischen Inseln nach Deutschland zu holen. "Wir sind da definitiv noch dran, auch wenn viele sagen, man könne nicht allen helfen", sagte Pistorius der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Montag). Es gehe "lediglich um ein paar Kinder". Allerdings sei ein niedersächsisches Landesaufnahmeprogramm aufgrund der ablehnenden Haltung des Bundesinnenministeriums nicht möglich.

Pistorius plädierte stattdessen für eine europäische Lösung. Es sei wichtig, weiter für ein einheitliches Asylsystem in Europa zu kämpfen. "Die Bedingungen und Standards in allen europäischen Ländern sollten vergleichbar sein", sagte er. "Wir brauchen ein faires Verteilsystem." Europa müsse in diesem Zusammenhang auch zeigen, dass es "beißen" könne, forderte der Innenminister: "Wer sich der gemeinsamen Verantwortung entzieht, muss mit Sanktionen rechnen."

Hilfsorganisationen hatten in der vergangenen Woche wiederholt die Aufnahme von geflüchteten Kindern gefordert, die ohne Eltern in griechischen Lagern gestrandet sind. Pistorius hatte bereits nach einem Besuch auf Lesbos Ende Oktober erstmals vorgeschlagen, mehr als 1.000 unbegleitete Flüchtlingskinder unter 14 Jahren nach Deutschland und in andere europäische Staaten zu bringen.

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