Ureinwohner werfen Brasiliens Präsident Völkermord vor

Ureinwohner werfen Brasiliens Präsident Völkermord vor

Mehr als 600 Vertreter der indianischen Gemeinschaften in Brasilien haben dem rechtsextremen Staatspräsidenten Jair Bolsonaro Völkermord an den Ureinwohnern vorgeworfen. "Das politische Projekt der brasilianischen Regierung ist Genozid, Ethnozid und Ökozid", heißt es in einer am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten gemeinsamen Erklärung, wie die Tageszeitung "Folha de São Paulo" berichtete.

Unter Führung des international bekannten Häuptlings Raoni schlossen sich die Anführer von 45 Völkern bei einem Treffen zu einer "Allianz der Völker des Regenwaldes" zusammen. Bolsonaro sieht die Ureinwohner als Hindernis für die Entwicklung im Amazonas-Regenwald an und will dort vermehrt Bergbau erlauben. Die Gewalt nimmt zu. Allein im vergangenen Jahr waren mindestens acht indigene Anführer ermordet worden.

Die Regierung schütze die Ureinwohner nicht, sondern greife sie an und "will uns unser Land aus den Händen reißen", heißt es in der Erklärung, die an den Kongress übersandt wurde. Die indigenen Führer machten klar, dass sie auf ihrem Land weder Bergbau, illegale Abholzung noch illegales Fischen erlauben. Sie warfen Bolsonaro vor, ihre Rechte zu missachten und Hass in die Gesellschaft zu tragen. Die internationale Gemeinschaft baten sie um Unterstützung in ihrem Überlebenskampf.

Die Indianerbehörde Funai hatte mehrfach um mehr Schutz für die Ureinwohner gebeten. Die Regierung Bolsonaro hatte allerdings das Budget von Funai drastisch gekürzt, sodass kaum noch Patrouillen möglich sind. Wachposten vor den Schutzgebieten wurden abgezogen. Danach nahm die Gewalt von illegal tätigen Holzfällern zu.

An dem fünftägigen Treffen der Indigenen im Bundesstaat Mato Grosso nahmen neben Raoni auch die Aktivistin und indigene Führerin Sônia Guajajara teil sowie Ângela Mendes, eine Tochter des 1988 ermordeten Gummizapfers, Umweltschützers und Gewerkschaftsführers Chico Mendes.

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