Direktorin: Arbeit des Fritz-Bauer-Instituts bleibt aktuell

Direktorin: Arbeit des Fritz-Bauer-Instituts bleibt aktuell

Rund 150 Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft haben am Donnerstagabend in Frankfurt am Main das 25-jährige Bestehen des Fritz-Bauer-Instituts gefeiert. Das Institut fühle sich nach wie vor dem geistigen und politischen Erbe des Justizreformers und früheren hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer (1903-1968) verpflichtet, sagte die Direktorin Sybille Steinbacher. Dies gelte umso mehr in einer Zeit des "anschwellenden Rechtspopulismus und Antisemitismus".

Der Jurist und Sozialdemokrat Bauer hatte Anfang der 60er Jahre in Frankfurt den ersten Auschwitz-Prozess initiiert und die Deutschen mit den Gräueltaten der Nationalsozialisten konfrontiert. Die Stiftungsurkunde datiert vom 11. Januar 1995, eingetragen in das Goldene Stiftungsbuch der Stadt wurde sie am 15. Januar 1995.

Kernaufgaben des Instituts seien die historische Forschung und Vermittlung "bis in eine breite Öffentlichkeit hinein", erläuterte Steinbacher. Dies geschehe mit Publikationen, Veranstaltungen und Ausstellungen. Jährlich organisiere das Institut etwa 35 Buchvorstellungen, Lesungen und Podiumsdiskussionen, zu denen immer häufiger auch jüngere Menschen kämen. Von Beginn an verfüge das Institut auch über ein Archiv und eine Bibliothek mit rund 13.500 wissenschaftlichen Werken über die NS-Zeit, mit Videos von Überlebenden Opfern und Nachlässen von Zeitzeugen.

Das Institut hat nach Steinbachers Angaben derzeit 22 Mitarbeiter. Der Gesamtetat für das Jahr 2020 belaufe sich auf rund 1,3 Millionen Euro. Den Löwenanteil steuerten das Land Hessen mit 560.000 Euro und die Stadt Frankfurt mit 350.000 Euro bei. Hinzu kämen 440.000 Euro Drittmittel, davon 70.000 Euro vom Förderverein. Die Direktorin zeigte sich erfreut darüber, dass das Land seinen Anteil für dieses Jahr um 180.000 Euro aufgestockt habe. Dadurch könnten zwei neue wissenschaftliche Mitarbeiterstellen ausgeschrieben werden.

Das Fritz-Bauer-Institut wurde vom Land Hessen, der Stadt Frankfurt und dem Förderverein Fritz-Bauer-Institut als Stiftung bürgerlichen Rechts ins Leben gerufen. Es untersucht und dokumentiert die Geschichte der nationalsozialistischen Massenverbrechen - insbesondere des Holocaust - und deren Wirkung bis in die Gegenwart. Der Förderverein und ein Wissenschaftlicher Beirat unterstützen und begleiten das Institut.

Erster Leiter war der Medienwissenschaftler Hanno Loewy (bis 2000). Ihm folgten die Direktoren Micha Brumlik (2000-2005), Dietfrid Krause-Vilmar (Kommissarische Leitung, 2005-2007), Raphael Gross (2007-2015) und Werner Konitzer (Kommissarische Leitung, 2015-2017). Seit 1. Mai 2017 ist die Historikerin Steinbacher Institutsleiterin und zugleich Inhaberin des neu geschaffenen Lehrstuhls zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust am Historischen Seminar der Goethe-Universität.

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