"Orgel des Monats" steht in Werden

Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche in Deutschland kürt die Orgel in der evangelischen Kirche in Werden zur Orgel des Monats Januar 2020

© Bodo Besselmann

Die Walcker-Orgel im Stadtteil Werden in Essen in der evangelischen Kirche von 1900 steht unter Denkmalschutz.

"Orgel des Monats" steht in Werden
Instandsetzung eines Walcker-Opus der Extraklasse
Die Walcker-Orgel in der evangelischen Kirche im Essener Stadtteil Werden ist die "Orgel des Monats Januar 2020" der Stiftung Orgelklang. Die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegründete Stiftung fördert die Instandsetzung des großen, unter Denkmalschutz stehenden Instruments in diesem Jahr – eine Projektspende des örtlichen Fördervereins inklusive - mit 28.000 Euro.
16.01.2020
Stiftung Orgelklang

2492 Pfeifen, 37 Register, pneumatische Traktur – das Opus 885 der berühmten Ludwigsburger Orgelbaufirma E.F. Walcker ist ein spätromantisches Werk, das mit seinen Klangmöglichkeiten viele andere Orgeln in den Schatten stellt. Im Jahr 1900 für knapp 17.000 Mark erbaut, wurde es maßgeblich von dem Fabrikanten Geheimrat Friedrich A. Krupp finanziert, der der Gemeinde angehörte.

Der weitestgehend unveränderte Erhalt des Instruments ist insbesondere der Währungsreform von 1948 zu verdanken: damals hätte das Instrument dem Zeitgeschmack entsprechend umgebaut werden sollen. Nach der Herabsetzung des Wertes von Reichs- und Rentenmark im Zuge der Einführung der Deutschen Mark war dafür allerdings nicht mehr genügend Geld vorhanden. Alle Umbauten, die vorher vorgenommen worden waren, wurden Anfang der 1990er Jahre rückgängig gemacht.

Bildergalerie

Sehenswerte evangelische Kirchen im Ruhrgebiet

Außenaufnahme der Reinoldikirche in Dortmund

© Stefan Ziese

Außenaufnahme der Reinoldikirche in Dortmund

© Stefan Ziese

<p>Die barocke Zwiebelhaube des Glockenturms der <a href="www.sanktreinoldi.de">Reinoldikirche</a> prägt das Dortmunder Stadtbild. Die Kirche ist geografisch und städtebaulich der Mittelpunkt der Innenstadt.</p>

<p>Bemerkenswert sind die Glocken der Reinoldikirche, die man nicht nur hören, sondern zum Teil auch sehen kann. Denn als Erinnerung an die Zerstörung der Kirche bei den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg wurde an der Südseite von St. Reinoldi die beschädigte ehemalige Kaiserglocke aufgestellt. Das aktuelle Geläut stammt aus den 1950er Jahren, wiegt insgesamt über 15 Tonnen und ist das zweitgrößte Gussstahlgeläut der Welt.</p>

Die Reinoldikirche steht Besuchern offen. Am ersten und dritten Samstag im Monat finden um 14 Uhr Kirchenführungen statt, der Kirchturm ist jeden Samstag zwischen 12 und 15 Uhr geöffnet.

Rotunde der Evangelische Auferstehungskirche in Essen

© epd-bild / Stefan Arend/Stefan Arend

<p>Architektonisch ungewöhnlich wird es in der <a href=" www.auferstehungskirche-essen.de"> Evangelischen Auferstehungskirche </a> in Essen: Rund statt Eckig lautet das Zauberwort. Denn Zentrum der Kirche ist die Rotunde, in deren Mitte Kanzel, Altar und Orgel stehen. Schaut man sich den Grundriss an, erkennt man, dass in der Mitte des Gebäudes das Taufbecken steht – ein Symbol dafür, dass sich die Kirche aus der Taufe heraus entwickelt.</p>
Die 1929/30 von dem renommierten Architekten Otto Bartning errichtete Auferstehungskirche mit ihrem Kruppstahl-Skelett zählt zu den Leitbauten modernen Kirchenbaus in Europa. Ein Modell von ihr ist sogar im Deutschen Historischen Museum in Berlin ausgestellt – als herausragender protestantischer Kirchenbau.

Epiphanias-Kirche in Bochum bei Nacht

© Stefan Ziese

Das Kulturhauptstadtjahr 2010 sorgte nicht nur für viele beeindruckende Veranstaltungen, sondern bereicherte die Metropole Ruhr auch mit der ersten Autobahnkirche: Der evangelisch-lutherischen <a href="www.selk-bochum.de">Epiphanias-Kirche</a> an der A40 in Bochum-Hamme. Die "Oase der Stille" steht Besuchern täglich offen.

Der Flügelaltar in der St. Petri Kirche in Dortmund

© Stefan Ziese

<p>Nicht weit von der Reinoldikirche entfernt steht die <a href="www.stpetrido.de">Petrikirche</a>. Im 15. und 16. Jahrhundert lieferten sich die Bauherren der beiden Kirchen bereits einen Wettstreit um den höchsten Kirchturm. Heutzutage glänzt die Petrikirche vor allem durch ihren im Jahr 2006 restaurierten Antwerpener Schnitzaltar der Lukasgilde.</p>

<p>Der Flügelaltar von St. Petri ist mit 7,4 Metern geöffneter Breite und 5,6 Metern Höhe der größte flämische Altar des Mittelalters und eines der größten kirchlichen Bildwerke der Gotik überhaupt. Schon seit dem Mittelalter trägt er die Beinamen "Wunder von Dortmund" und das "Goldene Wunder von Westfalen".</p>

Der Flügelaltar wird im Laufe des Kirchenjahres unterschiedlich geöffnet und zeigt dann zur Frontseite eine unterschiedliche Darstellung. Insgesamt besteht er aus rund 30 religiösen Szenen aus dem Leben und Leiden Christi, die von Hunderten aus Eichenholz geschnitzten, mit Gold überzogenen Figuren dargestellt werden. Hinzu kommen 54 Tafelbilder, die diese Szenen ergänzen.

Außenaufnahme der Schlosskapelle Strünkede in Herne

© Michielverbeek/CC BY-SA 3.0, /commons.wikimedia

<p>Idyllisch gelegen ist die kleine <a href="www.matthaeusgemeindewanne.de">Schlosskapelle Strünkende </a>: Sie steht im Schlosspark des Wasserschlosses Strünkede im Herner Stadtteil Baukau und gilt als ältestes, noch erhaltenes Gebäude der Stadt. </p>
Weniger idyllisch ist jedoch die wechselvolle Geschichte des Bauwerks: Die im 13. Jahrhundert errichtete katholische Kapelle wurde 1561 erst zum lutherischen, dann 1686 zu einem reformierten Gotteshaus und schließlich im 19. Jahrhundert von den Schlossbesitzern als Scheune, Stall und Hundezwinger genutzt. Erst das Engagement der Stadt Herne nach dem Zweiten Weltkrieg erweckte die Backsteinkirche aus ihrem Dornröschenschlaf.

Bergbau-Fenster in der St. Vinzentiuskirche in Bochum

© Stefan Ziese

Abseits der Bochumer Innenstadt, im Stadtteil Harpen, steht die <a href="https://harpen.ekvw.de/">St. Vinzentiuskirche</a>. Ihr Ursprung reicht bis in das Jahr 1000 zurück. In diesem Gotteshaus treffen religiöse Motive auf die Bergbaukultur des Ruhrgebiets: In den Jahren 1942 und 1943 entwarf nämlich die Künstlerin Helene Stark vier Fenster, die Szenen aus dem Alltag der Bochumer Bergleute darstellen.

Außenaufnahme der Evangelische Pfarrkirche St. Peter zu Syburg in Dortmund

© Stefan Ziese

<p>Der älteste Sakralbau Dortmunds steht nicht in der Innenstadt, sondern thront hoch über der Ruhr auf dem Syberg: die <a href="www.ev-kirche-syburg-hoechsten.de">Pfarrkirche St. Peter zu Syburg</a>.</p>

<p>Die Zerstörung des Gotteshauses im Zweiten Weltkrieg stellte sich beim Wiederaufbau in den 1950ern fast schon als Glücksfall heraus, konnten dabei Fundamente des romanischen Vorgängerbaus freigelegt und so die Baugeschichte der Kirche weiter erforscht werden.</p>

Umschlossen wird das Gebäude vom wohl ältesten Friedhof des Ruhrgebiets. 200 alte Grabplatten befinden sich dort, in der Kirche selbst werden ein merowingischer Grabstein (um 650) und zwei karolingische Grabsteine (um 800) aufbewahrt.

Ein in Stein gehauener Renaissance-Altar von 1574 mit Darstellungen des Abendmahls.

© Frank Vincentz [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

<p>Als ältestes Gotteshaus auf Gelsenkirchener Stadtgebiet trumpft die <a href="www.bleckkirche.info"> Evangelische Bleckkirche </a> vor allem mit inneren Werten auf. Dazu zählt unter anderem ein in Stein gehauener Renaissance-Altar von 1574 mit Darstellungen des Abendmahls.</p>
Als "Kirche der Kulturen" ist die Evangelische Bleckkirche ein Ort der Begegnung, an dem vieles möglich ist. So stehen neben religiösen Veranstaltungen aller Art auch regelmäßig Lesungen, Konzerte, Tanzveranstaltungen, Ausstellungen und Theateraufführungen an.

Christuskirche in Bochum bei Nacht.

© Stefan Ziese

<p>Nicht weit vom Rathaus der Stadt Bochum entfernt steht die <a href="www.christuskirche-bochum.de">Evangelische Christuskirche</a>, deren Erscheinungsbild auf den ersten Blick irritiert: Ein am Ende des 19. Jahrhunderts erbauter Kirchturm schließt an einen schmucklosen Nachkriegsbau als Kirchenraum an. Denn abgesehen vom Turm war der Rest der originalen Christuskirche bei den Luftangriffen vom 14. Mai 1943 zerstört worden. </p>

<p>Auch im Inneren könnten die beiden Teile der Christuskirche nicht unterschiedlicher sein. Der Neubau ist minimalistisch und bilderlos, der Altar unverziert und als einziger Wandschmuck wurde ein schlichtes Kreuz aufgehängt. Im Sockelgeschoss des Kirchturms befindet dagegen die im Jahr 1931 aufwändig gestaltete "Heldengedenkhalle". Dort wurden die Namen der gefallenen Soldaten aus der Gemeinde im Deutsch-Französischen und im Ersten Weltkrieg sowie die Staaten, gegen die Deutschland Krieg geführt hat, in einem Goldmosaik verewigt.</p>

Mit diesen beiden nicht zusammenpassenden architektonischen Stilen gilt die Christuskirche als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung.

Aufnahme der Orgel der Evangelischen Salvatorkirche in Duisburg

© Stefan Ziese

<p>Zentral auf dem Duisburger Burgplatz steht die <a href=" https://salvatorkirche.de/#masthead "> Evangelische Salvatorkirche </a>, eines der bedeutendsten spätgotischen Kirchenbauwerke am rechten Niederrhein. Im 14. Jahrhundert war der knapp über 100 Meter hohe Kirchturm der höchste Nordwestdeutschlands – hundert Jahre später wurde er jedoch bei einem Brand zerstört.</p>

Die Salvatorkirche war in früheren Jahrhunderten ein Ort wichtiger Entscheidungen. So tagte 1601 in dem Gotteshaus zum Beispiel die erste Generalsynode der reformierten Gemeinden der Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg. Die gefassten Beschlüsse sind heute noch zentraler Bestandteil der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Gründungsfeier der ersten Evangelischen Universität Preußens fand 1655 ebenfalls in der Salvatorkirche statt.

An jedem ersten Sonntag im Monat findet von 15 bis 16 Uhr eine kostenlose Kirchenführung statt.

Cover des "RuhrTour"-Reiseführers.

© Stefan Ziese

Noch mehr evangelische und katholische Kirchen und Klöster gibt's im smarten Ruhrgebietsführer <a href="https://klartext-verlag.de/programm/allgemeines-programm/freizeitfuehrer/2963/ruhrtour-kirchen-kloester">"RuhrTour – Kirchen und Klöster"</a> von Achim Nöllenheidt.

Die Walcker-Orgel ist stark verschmutzt und teilweise von Schimmel befallen, viele Verschleißteile sind defekt. Noch im Sommer soll die Restaurierung beginnen; rund 120.000 Euro werden die Arbeiten kosten. Und wann wird das Instrument wieder zu hören sein? "Ganz mutig", sagt Baukirchmeister Bodo Besselmann, "haben wir für Dezember schon ein Orgelkonzert in den Gemeindekalender eingetragen."

Der Spieltisch der Walcker-Orgel.

Die Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) präsentiert in jedem Monat eine "Orgel des Monats". In diesem Jahr fördert sie 19 Projekte in einem Gesamtumfang von 55.500 Euro (bzw. 110.000 Euro inkl. Projektspenden). Seit 2010 hat sie 221 Förderzusagen über mehr als 1,3 Millionen Euro gegeben (bzw. über mehr als 1,8 Millionen Euro inkl. Projektspenden). Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.stiftung-orgelklang.de.

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