EKD-Ratsvorsitzender fordert humanitäre Lösung für Flüchtlingskinder

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm (Archivbild).

epd-bild/Lukas Barth

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm (Archivbild).

EKD-Ratsvorsitzender fordert humanitäre Lösung für Flüchtlingskinder
Für Flüchtlingskinder in Griechenland muss nach Ansicht des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, eine humanitäre Lösung gefunden werden.

"Wenn die Regierungen dort es nicht schaffen, Zustände herzustellen, in denen die Menschen in Würde leben können, dann sollten alle zusammenhelfen", sagte der bayerische Landesbischof am Montag in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk in München. Bedford-Strohm plädiert für eine schnelle Lösung und unterstützt die Forderung von Grünen-Chef Robert Habeck, Flüchtlingskinder nach Deutschland zu holen.

Es sei "Zeit, humanitäre Zeichen zu setzen", betonte der Bischof. "Es gibt Bundesländer, es gibt Ministerpräsidenten, die haben ja längst erklärt, dass sie bereit sind, Kinder und Familien mit ihren Kindern aufzunehmen. Diese Bereitschaft sollte man annehmen und abrufen", sagte Bedford-Strohm. Zugleich verwies der Theologe darauf, dass auch die Heilige Familie vor 2.000 Jahren eine Flüchtlingsfamilie gewesen sei.

Grünen-Chef Robert Habeck hatte sich am Wochenende dafür ausgesprochen, Tausende Migranten aus den überfüllten Lagern Griechenlands nach Deutschland zu bringen. Auf den griechischen Inseln vor der türkischen Küste drängten sich etwa 4.000 Kinder, darunter "viele Mädchen, viele zerbrechliche kleine Menschen". Da sei schnelle Hilfe ein Gebot der Humanität, sagte Habeck. Die Bundesregierung bekräftigte dagegen, sie lehne einen "Alleingang" zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland ab. Auch andere EU-Staaten müssten einen Beitrag leisten.

Laut Habeck haben Bundesländer wie Berlin und Thüringen schon erklärt, dass sie zu einer Aufnahme bereit seien, ebenso die grüne Seite der Regierung von Baden-Württemberg und der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius von der SPD. Deutschland müsse auch handeln, wenn andere in der EU nicht mitmachten, betonte er.

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