Antisemitismus: Straßenkarneval in Belgien kein Kulturerbe

Antisemitismus: Straßenkarneval in Belgien kein Kulturerbe

Die Unesco hat den Karneval im belgischen Aalst von der Liste des Immateriellen Kulturerbes gestrichen. Damit verurteile der Unesco-Ausschuss antisemitische Darstellungen beim Straßenkarneval in Belgien, erklärte die Deutsche Unesco-Kommission am Freitagabend in Bonn. In den vergangenen Jahren hätten wiederholt Festwagen mit rassistischen und antisemitischen Darstellungen am Straßenkarneval in der belgischen Stadt teilgenommen. Der Unesco-Ausschuss strich nach eigenen Angaben erstmals eine Tradition von dieser Liste.

Die Vorfälle in Aalst seien weder mit den Grundprinzipien des Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes noch mit den in ihrer Charta niedergelegten Werten vereinbar, erklärte die Unesco. Die Weltkulturorganisation stehe zu ihren Grundprinzipien der Würde, Gleichheit und des gegenseitigen Respekts. Verurteilt würden hingegen alle Formen von Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Laut dem zweiten Artikel der Konvention kämen für die Unesco-Listen nur Kulturformen infrage, die den Anspruch gegenseitiger Achtung von Gruppen und Gemeinschaften anerkennen würden und mit den internationalen Menschenrechtsübereinkommen in Einklang stünden.

Seit 2003 fördert die Unesco den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt des immateriellen Kulturerbes. Der Zwischenstaatliche Ausschuss entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen in die Unesco-Listen. Bisher sind 463 Formen des Immateriellen Kulturerbes auf der internationalen Repräsentativen Liste und 64 Elemente auf der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes eingetragen. Zudem führt die Unesco ein Register von aktuell 22 Beispielen guter Praxis zum Erhalt Immateriellen Kulturerbes. Der Ausschuss beriet in Bogota über die Aufnahme lebendiger Traditionen, Bräuche und Handwerkstechniken in die Unesco-Listen.

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