Merkel wirbt um Verständnis für Polens Klimapolitik

Merkel wirbt um Verständnis für Polens Klimapolitik

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat um Verständnis für Polens Position in der EU-Klimapolitik geworben. Das Land habe von der Struktur seiner Energieversorgung her die schwierigste Ausgangslage unter allen EU-Ländern, klimaneutral zu werden, erklärte Merkel nach dem EU-Gipfel, bei dem Polen eine Sonderregelung zugestanden worden war, am Freitag in Brüssel. Polens Energieversorgung hänge, wie Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bei dem Treffen erinnert habe, zu 80 Prozent von der Kohle ab, führte Merkel an.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich in der Nacht auf Freitag in Brüssel darauf geeinigt, dass die EU bis 2050 klimaneutral werden soll. "Ein Mitgliedstaat kann sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht verpflichten, dieses Ziel für sich umzusetzen", heißt es aber in der gemeinsamen Erklärung mit Blick auf Polen. Der EU-Gipfel im Juni 2020 soll sich daher wieder mit dem Thema befassen.

Bereits in Deutschland mit einem Anteil von etwa 35 Prozent Kohle an der Energieversorgung bedeute die Transformation zur Klimaneutralität einen "Riesenkraftakt", machte Merkel geltend und verwies auf die Situation in der Lausitz und den rheinischen Kohlerevieren. Daher habe sie Verständnis, wenn Morawiecki für die Umsetzung des Zieles um mehr Zeit bitte.

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