Weiterer Urantransport von Gronau Richtung Russland gestartet

Weiterer Urantransport von Gronau Richtung Russland gestartet

Am Dienstag ist erneut ein Urantransport von Gronau Richtung Amsterdam mit dem Ziel St. Petersburg gestartet. Einen Tag verspätet sei der mit 600 Tonnen abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) beladene Zug am Dienstagvormittag in Gronau nach Münster abgefahren, teilte das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. Nach breiten Protestaktionen am Vortag riefen verschiedene Anti-Atomkraft-Organisationen am Dienst zu weiteren spontanen Protesten auf, unter anderem in Gronau und Ochtrup. "Wer seinen Atommüll nicht im eigenen Land sicher entsorgen kann oder will, darf auch keine Atomanlage betreiben", erklärte Matthias Eickhoff von dem Aktionsbündnis.

Mit Demonstrationen und Mahnwachen im Münsterland, im Ruhrgebiet und am Niederrhein hatten Atomkraft-Gegner bereits am Montag in 13 Städten gegen den Transport des radioaktiven Materials aus Gronau über Amsterdam nach Russland protestiert, teilten das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, die Arbeitskreise Umwelt Gronau und Schüttorf, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) zusammen mit Ecodefense aus Russland und weiteren Organisationen mit. Beim vorangegangenen Transport Mitte November hatten Atomkraftgegner den Uranzug bei Burgsteinfurt im Münsterland mit einer Abseilaktion für mehr als sieben Stunden gestoppt.

Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände in Deutschland und Russland fordern vom Betreiber der Gronauer Urananreicherungsanlage, dem Urenco-Konzern, sowie von den deutschen Urenco-Anteilseignern RWE und Eon und der Bundesregierung einen sofortigen Stopp der Uranexporte. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte vergangene Woche angekündigt, den Export von Brennelementen einschränken zu wollen. Dieses geplante Verbot müsse auf Uranexporte jeglicher Art ausgeweitet werden, erklärten die Initiativen, unter ihnen auch "Sofortiger Atomausstieg Münster", Greenpeace und die Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs.

Es sei eindeutig, dass Urenco, RWE und Eon vor allem die hohen Kosten für eine sichere Entsorgung des Atommülls einsparen wollten, erklärten die Bündnisse. Aber Russland sei "nicht die Atommüllkippe für NRW". Konsequent wären ein Exportstopp und die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau im Rahmen des deutschen Atomausstiegs. Bis 2022 will Deutschland aus der Atomkraft aussteigen. Für die Anreicherungsanlage in Gronau und die Brennelemente-Fabrik in Lingen gilt das bisher nicht.

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