Nürnberger Künstler sollen "Hakenkreuz-Glocke" umgestalten

Nürnberger Künstler sollen "Hakenkreuz-Glocke" umgestalten

Die umstrittene frühere "Hakenkreuz-Glocke" in Schweringen bei Nienburg in Niedersachsen wird künstlerisch umgestaltet. Aus einem entsprechenden Künstler-Wettbewerb der hannoverschen Landeskirche ging ein Künstler-Duo aus Nürnberg als Sieger hervor, wie der evangelische Sprengel Hannover am Dienstag mitteilte. Der ausgewählte Entwurf soll am 9. Dezember in der Schweringer Kreuzkirche bei einem Informationsabend öffentlich präsentiert werden.

Die rund 1.800 Kilogramm schwere Bronzeglocke aus dem Jahr 1934 war vor zwei Jahren stillgelegt worden, nachdem dort bei Nachforschungen ein eingegossenes Hakenkreuz entdeckt worden war. Danach kam es in dem 800-Einwohner-Dorf zu heftigem Streit darüber, ob die Glocke weiter läuten oder ausgetauscht werden sollte. Kurz vor Ostern 2018 stiegen Unbekannte unbemerkt auf den Kirchturm und frästen das 35 mal 35 Zentimeter große Hakenkreuz und Teile einer NS-Inschrift mit einem Winkelschleifer weg.

Für den Künstler-Wettbewerb sollten die Teilnehmer Entwürfe zur Umgestaltung der beschädigten Glocke vorlegen, etwa durch eine Bemalung oder aufgelötete Symbole oder Inschriften. Gefordert war zudem ein Kunstwerk am Fuße des Kirchturms, das Besucher auf die oben hängende Glocke hinweist, die vor einem Jahr entwidmet wurde. "Ausschlaggebend bei der Auswahl war die kritische Auseinandersetzung mit der Glocke wie auch die Aussagekraft des Kunstwerkes und die stimmige Platzierung auf dem Kirchengrundstück", sagte Regionalbischöfin Petra Bahr.

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