Guterres: Globale Klimakrise konfrontiert die Menschheit

Guterres: Globale Klimakrise konfrontiert die Menschheit
Vor Beginn der Weltklimakonferenz verlangt der UN-Generalsekretär von den Staaten mehr Einsatz im Kampf gegen die Erderwärmung. Die fossilen Brennstoffen müssten durch erneuerbare Energien ersetzt werden.

Kurz vor Beginn der Weltklimakonferenz hat UN-Generalsekretär António Guterres die Staaten zu einem entschlossenen Kampf gegen die Erderwärmung aufgerufen. Die Menschheit sei mit einer globalen Klimakrise konfrontiert, sagte Guterres am Sonntag in Madrid. Die steigenden Temperaturen und ihre verheerenden Folgen stellten eine dramatische Bedrohung für die menschliche Gesundheit und die menschliche Sicherheit dar.

Guterres forderte eine Verteuerung des Gebrauchs fossiler Brennstoffe und einen Subventionsstopp für diese Brennstoffe. Zudem sollten ab 2020 keine Kohlekraftwerke mehr gebaut werden. Die Länder müssten die großen Möglichkeiten der erneuerbaren Energien besser nutzen, mahnte der UN-Generalsekretär.

Er appellierte an die Staaten, weitere ambitionierte Klimaziele und -pläne vorzulegen. Die Verpflichtungen, die die Länder 2015 auf der Klimakonferenz in Paris eingegangen seien, reichten bei weitem nicht aus, um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Guterrres stellte klar, dass bereits 70 Staaten ehrgeizige neue Pläne zum Klimaschutz angekündigt hätten.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) warnte vor zunehmenden Migrationsbewegungen als Folge der Erderwärmung. "Der Klimawandel führt in vielen Teilen Afrikas zu neuem Hunger, Not und Elend. Das ist die Basis für Kriege und Terror", sagte Müller dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Samstag). Derzeit sei von circa 20 Millionen Klimaflüchtlingen in Afrika auszugehen. "Wenn die Erderwärmung sich weiter fortsetzt, könnten es nach Einschätzung von Experten in zehn Jahren bereits 100 Millionen sein", betonte Müller. "Dann wird der Migrationsdruck nach Europa dramatisch steigen."

Der 25. Klimagipfel der Vereinten Nationen beginnt am Montag in Madrid. Zu der Konferenz werden Vertreter aus mehr als 190 Staaten erwartet. Ursprünglich sollte der Gipfel in der chilenischen Hauptstadt Santiago stattfinden, musste aber wegen der dortigen Unruhen kurzfristig verlegt werden.

In Madrid soll bis zum 13. Dezember über die weitere Umsetzung des Pariser Klimaabkommens beraten werden. Die Vereinbarung setzt das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und wenn möglich sogar auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Viele Hoffnungen ruhen auf der Europäischen Union, die in der spanischen Hauptstadt eine Erhöhung ihrer CO2-Ziele verkünden könnte. An der Konferenz nehmen neben den Regierungsvertretern auch Umweltschützer, Religionsvertreter und andere Repräsentanten der Zivilgesellschaft teil. Unter anderen hat die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg ihr Kommen angekündigt.

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