Berichte: Gewalt gegen oppositionelle Demonstranten in Simbabwe

Berichte: Gewalt gegen oppositionelle Demonstranten in Simbabwe

In der simbabwischen Hauptstadt Harare ist es am Mittwoch nach lokalen Medienberichten zu schweren Übergriffen der Polizei auf Anhänger der Opposition gekommen. Dabei soll es zahlreiche Verletzte gegeben haben. Der Vorsitzende der Oppositionspartei Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), Nelson Chamisa, hatte am Morgen eine Rede zur Lage der Nation halten wollen. Die Veranstaltung wurde jedoch von den Behörden untersagt. Daraufhin versammelten sich die MDC-Anhänger vor der Parteizentrale in Harare.

Auf von Menschenrechtlern verbreiteten Videoaufnahmen war zu sehen, wie Polizisten mit Schlagstöcken auf Demonstranten einschlugen. Auch Tränengas kam demnach zum Einsatz. Den Handyfilmen zufolge, deren Echtheit zunächst nicht überprüft werden konnte, rannten die Menschen in Panik davon, verfolgt von den Sicherheitskräften. Auch Unbeteiligte seien verletzt worden. Augenzeugen sprachen von Chaos.

Simbabwe befindet sich in einer schweren Staats- und Wirtschaftskrise. Staatschef Mnangagwa (77), der Langzeitherrscher Robert Mugabe 2017 aus dem Amt putschte, hat eine weitere Verelendung der Bevölkerung nicht stoppen können. Gut die Hälfte der 16 Millionen Simbabwer sind nach Berichten von Hilfsorganisationen vom Hunger bedroht. Die Inflation beträgt mehrere Hundert Prozent. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen. Seit Wochen befinden sich die Ärzte im Streik, weil sie von umgerechnet 100 US-Dollar im Monat nicht leben können und in den Kliniken Medikamente und Material fehlen.

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