UN: Humanitäre Krise im Sahel bedroht ganze Generation

UN: Humanitäre Krise im Sahel bedroht ganze Generation

Die humanitäre Krise im Sahelgürtel bedroht nach Einschätzung des Welternährungsprogramms (WFP) eine ganze Generation. Von den 20 Millionen Menschen, die in den betroffenen Regionen Burkina Fasos, Malis und Nigers lebten, bräuchten bereits dieses Jahr 2,4 Millionen dringend Hilfe zum Überleben, sagte WFP-Sprecher Herve Verhoosel am Dienstag in Genf. Mehr als 860.000 Menschen seien sich auf der Flucht. "Die Welt hat das Ausmaß der humanitären Krise im Sahel noch nicht begriffen", warnte Verhoosel. Gewaltsame Zusammenstöße bewaffneter Gruppen seien dafür ebenso verantwortlich wie Hunger und Armut.

Alleine in Burkina Faso habe die Zahl von Angriffen im ersten Halbjahr 2019 bereits die des gesamten Vorjahres überstiegen, sagte der WFP-Sprecher. Die Unsicherheit erschwere die nötige Hilfe auch in Gebieten, die vor wenigen Jahren noch friedlich gewesen seien.

WFP-Chef David Beasley erklärte zeitgleich in New York, die Krise im Sahel ereigne sich zu einer Zeit niedriger Hilfsversprechen. Das WFP benötige dringend mehr Geld, um den Menschen in der Region zu helfen. Die für die kommenden sechs Monate benötigte Summe beziffert das WFP auf 150 Millionen US-Dollar. Bisherige Hilfsaufrufe für die Region sind erst knapp zur Hälfte finanziert.

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