Brasilien: Abholzung im Amazonas auf Zehn-Jahres-Hoch

Brasilien: Abholzung im Amazonas auf Zehn-Jahres-Hoch

Die Abholzung des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes ist auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Von August 2018 bis Juli 2019 seien schätzungsweise 9.762 Quadratkilometer Wald gefällt worden, erklärte das brasilianische Weltrauminstitut Inpe am Montag (Ortszeit). Das sei ein Anstieg von knapp 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, eine der deutlichsten Zunahmen seit Beginn der Messungen vor 30 Jahren. Über dem aktuellen Wert, der etwa der Hälfte der Ausdehnung Hessens entspricht, lag die Abholzung zuletzt 2008 mit 12.911 Quadratkilometern. Die Daten stammen von Satellitenaufzeichnungen.

Die Zahlen bestätigen die Befürchtungen von Umweltschützern. Seit dem Amtsantritt des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro Anfang des Jahres hat die Zerstörung des Regenwaldes stark zugenommen. Bolsonaro hatte damals angekündigt, Schutzgebiete im Amazonasgebiet für die wirtschaftliche Ausbeutung freizugeben. Umweltschutz- und Ureinwohnerbehörden hat er abgebaut und ihnen die Mittel gekürzt. Kritische Wissenschaftler hat er aus den Behörden entlassen.

Umweltminister Ricardo Salles relativierte die Zahlen bei der Vorstellung des Berichts. Die Abholzung steige bereits seit 2012, sagte er nach Berichten der Zeitung "O Globo" (Online). Zugleich kündigte er Maßnahmen gegen die illegale Rodung an. Ein Großteil der Probleme stamme jedoch aus Amtszeiten früherer Regierungen.

Bolsonaro hat immer wieder den Inpe-Wissenschaftlern widersprochen und sie Lügner genannt, auch in Bezug auf die verheerenden Waldbrände im August, die er als normal bezeichnete. Inpe sieht einen deutlichen Zusammenhang zwischen der illegalen Abholzung des Amazonas und dem Ausbruch von Waldbränden, da die Brände meist bei Brandrodungen entstehen.

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