UN: Winter wird Not in Syrien verschärfen

UN: Winter wird Not in Syrien verschärfen

Der kommende Winter wird laut den UN die Not von Millionen Menschen im gewaltgeschüttelten Nordwesten Syriens weiter verschärfen. Die Menschen in und um die Provinz Idlib litten schon jetzt stark unter einem Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten und Unterkünften, teilte das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) am Freitag in Genf mit.

Seit Ende April seien mehr als 400.000 Kinder, Frauen und Männer vor den Kämpfen in dem Gebiet geflohen. Viele von ihnen hätten sich mehrere Mal in Sicherheit bringen müssen. Rund drei Viertel der 2,8 Millionen Menschen in der Region seien Frauen und Kinder. Vor gut einem halben Jahr begannen das Assad-Regime und das verbündete Russland mit Militärschlägen auf den Raum Idlib, wo sich Zehntausende islamistische Kämpfer verschanzt haben. Russland erklärte Ende August eine Waffenruhe, doch diese ist nach UN-Angaben brüchig.

Die kommenden niedrigen Temperaturen, Eis und Schnee werden laut OCHA auch für die vielen anderen notleidenden Menschen in Syrien zu einer harten Prüfung. Insgesamt seien mehr als elf Millionen Einwohner des Landes auf humanitäre Hilfe angewiesen, das entspricht fast der Hälfte der Bevölkerung Syriens vor Beginn des Konflikts 2011. Damals lebten nach Schätzungen bis zu 24 Millionen Menschen in dem nahöstlichen Land.

Der Konflikt begann mit Protesten gegen Machthaber Baschar al-Assad, die das Regime blutig niederschlug. Terrorgruppen und Rebellen eroberten weite Teile des Landes. Hunderttausende Menschen wurden getötet. Mit Hilfe Russlands und Irans konnte Assad seine Gegner in den meisten Gebieten zurückdrängen und besiegen. In den Konflikt griffen auch Regionalmächte wie die Türkei und westliche Staaten wie die USA ein.

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