Urteil im Berufungsverfahren gegen "Lifeline"-Kapitän erst 2020

Urteil im Berufungsverfahren gegen "Lifeline"-Kapitän erst 2020

Im Berufungsverfahren gegen den Kapitän des Rettungsschiffs "Lifeline", Claus-Peter Reisch, soll am 7. Januar auf Malta das Urteil gesprochen werden. Das sagte der Sprecher der Dresdner Seenotrettungsorganisation "Mission Lifeline", Axel Steier, dem Evangelischen Pressedienst (epd), nach dem Verhandlungstag am Dienstag in Valletta. "Wir rechnen mit allem", sagte Steier mit Blick auf das Urteil. Für seine Organisation sei ganz offensichtlich, dass das Verfahren politisch motiviert sei.

Reisch wird eine falsche Registrierung des Rettungsschiffes "Lifeline" vorgeworfen. In erster Instanz wurde er zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. In dem Verfahren seien nicht alle Beweise gewürdigt worden, unter anderem seine Aussage vor Gericht, sagte Steier.

Wird der Kapitän im Januar nicht freigesprochen, könnte er vor den Europäischen Gerichtshof ziehen. Ein Freispruch würde auch bedeuten, dass der Verein die derzeit beschlagnahmte "Lifeline" zurückbekommt.

Das Schiff wird laut Steier aber auch unter anderer Flagge nicht mehr auslaufen können, weil es eine Reihe technischer Vorschriften nicht erfüllt. Da zudem das zweite Rettungsschiff "Eleonore" in Italien beschlagnahmt wurde, wollen die Seenotretter nun für ein drittes Schiff sammeln, wie Steier sagte. Dafür würden rund 150.000 Euro benötigt. Zur Klage auf Herausgabe der erst im Sommer eingesetzten "Eleonore" läuft laut Steier ebenfalls ein Prozess.

Reisch hatte 2018 im Mittelmeer 234 Flüchtlinge mit seiner Crew gerettet und musste tagelang auf die Erlaubnis für einen Hafen warten. Die Crew der "Eleonore" rettete im August 101 Flüchtlinge und durfte nach tagelangem Tauziehen in Italien anlegen.

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