Bundesanstalt: Bedingungen für E-Batterie-Rohstoffe hinterfragen

Bundesanstalt: Bedingungen für E-Batterie-Rohstoffe hinterfragen

Staat und Wirtschaft stehen nach Einschätzung von Fachleuten in der Pflicht, die künftige Rohstofflieferung für E-Auto-Batterien und Ladestationen nach sozialverträglichen und fairen Standards zu entwickeln. Die Bedingungen, unter denen Batterie-Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Nickel und Graphit in Asien, Südamerika und Afrika gefördert würden, müssten hinterfragt und verantwortungsvolle und nachhaltige Lieferketten aufgebaut werden, erklärte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in einer Stellungnahme für eine Anhörung an diesem Mittwoch im Bundestag. Die Verantwortung dafür müssten Staat und Wirtschaft gleichermaßen übernehmen.

Durch den Abbau resultierten der BGR zufolge soziale Risiken, Kinderarbeit, Wasserverschmutzung, Umweltrisiken sowie in Teilen eine hohe Unfallgefahr für die Arbeiter. Vor allem in Südamerika drohten durch den Abbau von Lithium in salzhaltigen Solen bei hohem Wasserverbrauch Konflikte um die regionalen Wasserressourcen, insbesondere, da der Abbau meist in Wüstenregionen erfolge. Auch Umsiedlungen oder Streit um Landnutzungsrechte bei großen Abbaugebieten könnten Konflikte bergen.

Von großer ökologischer Relevanz wertete die BGS die radioaktive Konzentration in dem Mineral Monazit, das ein Bestandteil von Seltenen Erden ist. Wegen fehlender Sicherheits- und Umweltstandards ereigneten sich außerdem beim Abbau von Kobalt im Kongo viele Unfälle.

Unternehmen, die mit sogenannten Konfliktmineralien handelten, sollten sich an den Leitsätzen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der EU-Richtlinie für den Import von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold orientieren. Auch eine gesellschaftliche Debatte über soziale und faire Handelsketten könne dazu beitragen, Mindeststandards einzuhalten.

Der BGR zufolge wird Lithium überwiegend in Australien, Chile und Argentinien abgebaut, der Kongo liefert über 60 Prozent des weltweiten Kobalt-Bedarfs. China hingegen dominiert den Fachleuten nach fast die gesamte Graphit-Lieferkette. Auch 85 Prozent des Minerals Seltene Erden komme aus China. Die Mineralien sind Grundlage für die Antriebsbatterien. In Deutschland soll es ab 2022 erste Zellfertigungen für E-Batterien geben.

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