Pistorius will Hilfe für 1.000 minderjährige Flüchtlinge auf Lesbos

Pistorius will Hilfe für 1.000 minderjährige Flüchtlinge auf Lesbos

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) will den mehr als 1.000 minderjährigen Flüchtlingen helfen, die ohne Eltern auf der griechischen Insel Lesbos gestrandet sind. "Ich werde unter meinen Amtskollegen und bei Bundesinnenminister Horst Seehofer dafür werben, dass eine Koalition der Willigen in Deutschland und Europa sich um diese Kinder kümmert", sagte Pistorius am Montag in Hannover nach der Rückkehr von einer viertägigen Reise nach Athen und Lesbos.

Die jungen Geflüchteten sollten über Sonderkontingente schneller aus Griechenland in andere europäische Länder gebracht werden, forderte der Minister. "Die Not vor Ort ist gerade jetzt mit dem bevorstehenden Winter zu groß, um das tatenlos mit anzusehen." Für die Kinder gebe es ohne Hilfe von außen kaum eine Perspektive. "Hunderte von ihnen leben in Zelten oder unter Plastikplanen unter furchtbaren Bedingungen."

Pistorius forderte zudem die Bundesregierung und die EU auf, mit der Türkei über die Fortführung der Flüchtlingsvereinbarung zu verhandeln, die Ende des Jahres ausläuft. "Das muss angesichts deutlich steigender Flüchtlingszahlen vor Ort und der aktuellen Situation in Nordsyrien hohe Priorität haben." Der Minister verlangte eine gemeinsame europäische Lösung für den Umgang mit der Verteilung von Flüchtlingen. "Ein gemeinsames europäisches Asyl-System muss das Ziel bleiben." Die Mittelmeer-Anrainerstaaten dürften nicht alleine gelassen werden.

Aktuell befinden sich nach Angaben des Ministers auf den Inseln in der Ägäis rund 34.000 Menschen. Die Inseln sind die erste Anlaufstelle für Flüchtlinge, die über die Türkei kommen. Ein großer Teil von ihnen müsse aufgrund fehlender Kapazitäten in Sommerzelten übernachten, etwa in den Olivenhainen am Camp "Moria". Neben Lesbos sind auch Samos und Chios zentrale Anlaufpunkte.

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