Klimaforscher: Wissenschaft soll keine Politik machen

Klimaforscher: Wissenschaft soll keine Politik machen

Der Hamburger Klimaforscher Hans von Storch hat beklagt, dass der Wissenschaft in der gesellschaftlichen Debatte um die Klimakrise immer häufiger das letzte Wort zugesprochen werde. Dies entwissenschaftliche die Wissenschaft und entpolitisiere die Politik, sagte Storch am Mittwoch bei der Herbsttagung des Deutschen Ethikrates in Göttingen: "Wissenschaft und Politik nähern sich immer weiter an und verlieren dadurch ihre jeweiligen Stärken."

Die Wissenschaft und die Wissenschaftler sollten sich auf ihre Fachperspektive beschränken, verlangte Storch. Sie sollten die "Rolle des ehrliches Maklers" annehmen, sich in ihre Büros zurückziehen und die Politik beraten, aber nicht selbst Politik machen. "Gute Wissenschaftler sind Fachidioten", fügte er hinzu. Storch ist Professor an der Universität Hamburg und Gastprofessor an der Ocean University in Qingdao (China). Bis 2015 leitete er das Institut für Küstenforschung des Helmholtz Zentrums Geesthacht.

Die Tagung des Ethikrates stand unter dem Motto "Meinen-Glauben-Wissen: Klimawandel und die Ethik der Wissenschaften". Die Teilnehmer wollten bis zum Abend darüber diskutieren, wie eine vertrauenswürdige Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten am Beispiel der Klimakrise gestaltet werden soll. Der Deutsche Ethikrat ist ein unabhängiges Sachverständigen-Gremium. Er besteht seit 2008 und ist Nachfolger des im Jahr 2001 von der Bundesregierung eingerichteten Nationalen Ethikrates.

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