Steinmeier: Soziale Berufe aufwerten

Steinmeier: Soziale Berufe aufwerten
Bundespräsident würdigt Berufskolleg von diakonischer Stiftung Eben-Ezer
Bundespräsident Steinmeier hat eine Aufwertung von sozialen Berufen gefordert. Mit dem Besuch des Berufskollegs der diakonischen Stiftung Eben-Ezers würdigte Steinmeier ausdrücklich die Ausbildung in diesem Bereich.
18.10.2019
Von Uwe Rottkamp (epd)
epd

Soziale Berufe müssen nach Ansicht von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dringend aufgewertet werden. Die Bundesrepublik steuere im Bereich der sozialen Berufe auf einen riesigen Mangel zu, warnte er am Freitag bei seinem Besuch der diakonischen Stiftung Eben-Ezer in Lemgo (Nordrhein-Westfalen). Deshalb sei es umso wichtiger, das schlechte Image dieser Berufszweige zu verbessern. "Wir müssen junge Menschen in der Berufsfindungsphase dazu bewegen, diese Bereiche nicht von vornherein auszuschließen", appellierte der Bundespräsident.

Steinmeier zeigte sich beeindruckt von der Arbeit des Berufskollegs der Stiftung und tauschte sich mit Lehrenden und Studierenden über Inhalte, Anforderungen und Zukunftsperspektiven sozialer Berufe aus. Begleitet wurde Steinmeier von NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Die diakonische Stiftung Eben-Ezer bietet die Ausbildung in verschiedensten sozialen Berufszweigen unter anderem in Kombination mit der Vorbereitung zur vollwertigen Hochschulreife an. Die dreijährige gymnasiale Ausbildungszeit wird dabei um eine einjährige Fachausbildung ergänzt. In Kooperation mit der diakonischen Hochschule in Bethel werden außerdem Studiengänge beispielsweise mit Bachelorabschluss in heilpädagogischen Berufen angeboten.

Neben der Schaffung dieser beruflichen Perspektiven würdigte der Bundespräsident die Umsetzung des Stiftungsmottos "Leben in Vielfalt", das in Eben-Ezer nicht nur verkündet, sondern mit Leben erfüllt werde. Dies sei umso wichtiger in Zeiten, in denen die Sprache und das soziale Miteinander in der Gesellschaft immer rauer werde.

Nach Angaben des Theologischen Vorstands Bartolt Haase kann die Stiftung bis zu 400 Auszubildende in den angebotenen Ausbildungsgängen und Schullaufbahnen betreuen. Damit könne der stiftungseigene Bedarf an Fachkräften weitgehend gedeckt werden. Das sei allerdings nicht selbstverständlich: "Auch wir stehen da im Wettbewerb: Berufsabsolventen können sich heute ihre die Stelle aus einer Vielzahl von Angeboten aussuchen", sagte Haase.

Die 1862 gegründete diakonische Stiftung Eben-Ezer betreut in der Region Lippe rund 3.500 hilfsbedürftige Menschen. Der Schwerpunkt liegt in der Begleitung und Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und psycho-sozialen Problemen. Eben-Ezer bietet differenzierte Wohnangebote, Beratung, schulische und berufliche Bildung, Werkstätten, einen Integrationsbetrieb und Förderstätten.

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