Halle: Bischöfe rufen zu Beistand für jüdische Gemeinde auf

Halle: Bischöfe rufen zu Beistand für jüdische Gemeinde auf

Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, und der katholische Bischof des Bistums Magdeburg, Gerhard Feige, haben für Freitag erneut zum Beistand für die jüdische Gemeinde aufgerufen. "Das Wunder und die Wunde von Halle dürfen nicht auseinanderreißen. Deshalb wollen wir an die getöteten und verletzten Opfer und ihre Angehörigen denken und der jüdischen Gemeinde beistehen", erklärten die Bischöfe gemeinsam am Donnerstag in Magdeburg.

In dem Aufruf heißt es: "Damit sich die jüdische Gemeinde in Halle sicher fühlen kann, müssen auch wir Christen Verantwortung tragen." Deshalb werde dazu aufgerufen, am Freitag um 17.30 Uhr mit Kerzen vor der Synagoge zu stehen, wenn sich die jüdische Gemeinde zur Sabbatfeier trifft. Im Anschluss, ab etwa 19.30 Uhr, soll an den jeweiligen Tatorten der ermordeten Opfer Jana L. und Kevin S. gedacht werden. Bereits am vergangenen Freitag waren mehr als 1.000 Menschen dem Aufruf der leitenden Geistlichen im Land gefolgt und hatten sich während der Sabbat-Feier mit Kerzen schützend vor die Synagoge in der Humboldtstraße in Halle gestellt.

Bei dem Anschlag am 9. Oktober in Halle wurden eine 40 Jahre alte Frau und ein 20 Jahre alter Mann erschossen. Außerdem verletzte der mutmaßliche Täter Stephan B. zwei weitere Menschen. Schwer bewaffnet hatte er zuvor versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen. Zum höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur hatten sich dort 51 Gläubige versammelt. Der Generalbundesanwalt erließ gegen B. Haftbefehl wegen zweifachen Mordes und mehrfachen Mordversuches.

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