UN-Friedensmission in Haiti zu Ende

UN-Friedensmission in Haiti zu Ende

Nach 15 Jahren ist die UN-Friedensmission in Haiti beendet. Die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft zu Stabilisierung des Karibikstaats solle jedoch anhalten, bekräftigten die Vereinten Nationen am Dienstag (Ortszeit) vor dem Weltsicherheitsrat in New York. Dazu nahm am Mittwoch das UN-Büro BINUH seine Arbeit in Haiti auf.

Ein Kapitel gehe zu Ende, doch "das Buch der UN-Unterstützung" werde nicht geschlossen, erklärte der Chef der UN-Friedenseinsätze, Jean-Pierre Lacroix. Die Vereinten Nationen hatten 2004 nach dem Sturz von Präsident Jean-Betrand Aristide Friedenstruppen nach Haiti geschickt. 2017 wurden die Mission durch eine kleinere ersetzt, die Rechtsstaat, Polizei und Menschenrechte zum Schwerpunkt hatte.

Die Erfolge der vergangenen 15 Jahre müssten noch tiefer in Demokratie und Entwicklung verwurzelt werden, betonte Lacroix auch mit Blick auf die derzeitige Krise in Haiti. Gegen Präsident Jovenel Moïse, dem die Opposition Korruption vorwirft, kommt es seit Wochen zu Protesten. Seit Beginn der Demonstrationen Mitte September kamen nach UN-Schätzungen bereits mindestens 30 Menschen ums Leben. Haiti gilt als ärmstes Land Lateinamerikas.

Das neue UN-Büro soll auch weiter die Altlasten des Blauhelmeinsatzes aufarbeiten. Dazu zählen Fälle sexuellen Missbrauchs ebenso wie der Kampf gegen die Cholera. 2010 brach eine schwere Epidemie aus, nachdem Abwässer aus Zeltstädten der Soldaten weitgehend ungeklärt in öffentlich zugängliche Gewässer gelangt waren. Als Verursacher gelten nepalesische UN-Blauhelmsoldaten, die nach dem schweren Erdbeben im Januar desselben Jahres nach Haiti gekommen waren.

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