EKD-Büro: Ländliche Entwicklung muss Soziales berücksichtigen

EKD-Büro: Ländliche Entwicklung muss Soziales berücksichtigen

Das Brüsseler Büro der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) warnt davor, bei der Reform der EU-Landwirtschaftspolitik die sozialen Aspekte der ländlichen Entwicklung zu vernachlässigen. Ländliche Entwicklung umfasse nicht nur Land- und Forstwirtschaft, sondern müsse unter anderem auch die soziale Infrastruktur und den Kampf gegen Armut berücksichtigen, erklärte Büroleiterin Katrin Hatzinger am Donnerstag in Brüssel.

Die aktuellen EU-Pläne sähen allerdings eine stärkere Budgetkürzung bei der sogenannten zweiten Säule der Agrarpolitik vor, aus der die Fördergelder für solche Zwecke stammen, als bei der sogenannten ersten Säule, sagte Hatzinger bei einer Veranstaltung zur Beteiligung der Zivilgesellschaft an der ländlichen Entwicklung im nächsten EU-Haushaltrahmen 2021-2027.

Leena Anttila von der Regierung Finnlands, das derzeit dem EU-Ministerrat vorsitzt, verwies darauf, dass gerade die schrumpfende Zahl der Bauernhöfe verstärkte Anstrengungen für die ländliche Entwicklung nötig mache. Denn das Höfesterben bedeute weniger Jobs. Würden diese nicht geschaffen, würden weitere Menschen die ländlichen Gebiete verlassen, was wiederum weniger Dienstleistungen auf dem Land nach sich zöge. Das münde leicht in einen Teufelskreis, warnte Anttila.

Silvia Michelini von der für die Pläne der Agrarpolitik zuständigen EU-Kommission machte klar, dass aus ihrer Sicht zwei von neun Zielen der künftigen Politik "eine klare ländliche Komponente" haben. Dabei gehe es um die Attraktivität des Landwirtberufs, die Verbesserung des Geschäftsumfeldes für Unternehmen zum einen und Job-Förderung, Wachstum, soziale Inklusion und lokale Entwicklung zum anderen.

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