Diakonie warnt vor zunehmender Diskriminierung von Frauen

Diakonie warnt vor zunehmender Diskriminierung von Frauen

Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE) beklagt eine weltweit zunehmende Diskriminierung von Frauen und sexuellen Minderheiten. Sie seien in besonderem Maße die Leidtragenden einer mit dem Aufstieg autoritärer Regierungen in vielen Ländern verbundenen Einengung politischer und bürgerlicher Menschenrechte, warnte der EWDE-Vorstand auf der Jahrestagung des Werks, die am Donnerstag in Düsseldorf zu Ende ging. Die Gleichberechtigung der Geschlechter war eines der zentralen Themen auf der Konferenz.

Die Konferenz ist das höchste Gremium des EWDE, dem Zusammenschluss von Diakonie Deutschland, "Brot für die Welt" und Diakonie Katastrophenhilfe. "Der Antifeminismus geht mit dem Rechtspopulismus Hand in Hand", betonte der sozialpolitische Vorstand der Diakonie Deutschland, Maria Loheide. Die vor Gericht gelandete Beschimpfung der Grünen-Politikerin Renate Künast im Internet habe gezeigt, wie stark es Frauen auch hierzulande mit öffentlichen Drohungen zu tun hätten.

Befördert wird der Antifeminismus einem EWDE-Bericht zufolge auch durch den wachsenden Einfluss erzkonservativer evangelikaler Bewegungen. Unter dem Vorwand der Verteidigung der "traditionellen Familie" würden mühsam errungene wirtschaftliche, soziale und politische Rechte von Frauen sowie ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung wieder zur Disposition gestellt. Der Widerstand von Frauen gegen diese Entwicklung finde jedoch zumeist "jenseits des öffentlichen Interesses" statt, hieß es.

Auch in Deutschland sind dem Bericht zufolge Chancengleichheit und Gleichberechtigung der Geschlechter nicht gegeben. So liege der Frauenanteil im Bundestag lediglich bei knapp über 30 Prozent, in den Vorständen der DAX-Unternehmen sogar unter zehn Prozent. Darüber hinaus würden Frauen für ihre Arbeit immer noch schlechter bezahlt als Männer und kümmerten sich mehr als doppelt so häufig um Kinder und Familienangehörige.

Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung warb für eine bessere soziale Absicherung von Frauen in Deutschland. Dazu gehöre insbesondere eine Reform bei der häuslichen Pflege älterer Menschen, die überwiegend weibliche Familienangehörige leisteten. Diese Zeit müsse den Frauen auf ihren Rentenanspruch angerechnet werden, damit ihnen im Alter nicht selbst Nachteile entstünden, sagte Loheide. Notwendig sei auch die Einführung einer "Grundrente ohne Bedarfsprüfung", weil Frauen viele Jahre häufig nur halbtags und zudem schlechter bezahlt als Männer arbeiteten.

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