RWE-Chef Schmitz rechnet mit Erhalt des Hambacher Forsts

RWE-Chef Schmitz rechnet mit Erhalt des Hambacher Forsts

Der Essener Energiekonzern RWE stellt sich auf einen Erhalt des Hambacher Forsts ein. "Der Erhalt ist politisch und gesellschaftlich gewünscht, und auch wir wollen ihn machbar machen", sagte Konzernchef Rolf Martin Schmitz der in Essen erscheinenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag). Er sei optimistisch. "Denn bei dem von der Kommission empfohlenen Ausstieg benötigen wir weniger Braunkohle für unsere Kraftwerke", erklärte Schmitz.

Laut einem geologischen Gutachten kann RWE bis auf 50 Meter an den Forst baggern, ohne dessen Wasserspeicher zu gefährden. Technisch sei der Erhalt lösbar, sagte Schmitz. Eine andere Frage sei, ob es den Aufwand wert sei. "Es ist deutlich komplizierter ihn stehenzulassen, als ihn nicht stehenzulassen." Dazu brauche es aber eine ganz neue Braunkohleplanung, "die 10 bis 15 Jahre dauert und sehr viel Geld kostet. Wenn das so gewünscht ist, machen wir es", sagte Schmitz.

Er forderte die Bundesregierung auf, die Ergebnisse der Kohlekommission zügig umzusetzen. "Es ist wichtig, dass wir eine verlässliche Basis für den Kohleausstieg bekommen, vor allem für unsere Mitarbeiter", betonte der RWE-Chef: "Sie wollen wissen, bis wann Maßnahmen greifen und wie viele Stellen abgebaut werden müssen."

Der Hambacher Forst ist ein wenige hundert Hektar großes Waldstück zwischen Köln und Aachen, das als Symbol des Widerstands gegen den Braunkohle-Abbau gilt. Umweltschützer und Polizei lieferten sich dort monatelang teilweise gewalttätige Auseinandersetzungen. RWE wollte als Betreiber des Tagebaus Hambach ursprünglich ab Mitte Oktober 2018 die Hälfte des noch stehenden Waldes roden. Nachdem sich die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission für den Erhalt des Hambacher Forsts ausgesprochen hatte, kündigte der Essener Energiekonzern an, bis 2020 keine weiteren Bäume zu fällen.

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