Rechtsextremismus: Generalbundesanwalt warnt vor neuen Attentaten

Rechtsextremismus: Generalbundesanwalt warnt vor neuen Attentaten

Generalbundesanwalt Peter Frank hat nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke vor neuen Attentaten von Rechtsextremisten gewarnt. "Ich befürchte, dass es Nachahmungstäter geben könnte", sagte Frank der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit". Die Gefahr sei groß, dass sich andere Rechtsextremisten ähnlich radikalisieren und zur Tat schreiten könnten.

Dass mit Lübcke kein Spitzenpolitiker, sondern ein Volksvertreter ohne Personenschutz zum Ziel wurde, sei "ein tiefer Einschnitt". "Wenn Personen, die bereit sind, Verantwortung in unserer Demokratie zu übernehmen, mit dem Tod bedroht werden, ist das brandgefährlich", erklärte Frank.

Der 65-jährige Lübcke war am 2. Juni spätabends vor seinem Wohnhaus in Wolfhagen-Istha mit einem Kopfschuss getötet worden. Der CDU-Politiker war in rechten Kreisen verhasst, weil er eine humanitäre Aufnahme von Flüchtlingen befürwortete.

Derzeit prüft der Generalbundesanwalt, ob der mutmaßliche Mörder Stephan E. Verbindungen zum "Nationalsozialistischen Untergrund" hatte. "Es gibt zumindest eine örtliche Nähe zu zwei NSU-Morden in Kassel und Dortmund", sagte Frank der "Zeit". Der mutmaßliche Täter wohne in Kassel und sei 2009 das letzte Mal in Dortmund straffällig geworden. Zudem dürfe man "nicht vergessen, dass Walter Lübckes Name in Aufzeichnungen des NSU auftaucht".

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