Protestforscher: "Extinction Rebellion" wird nicht stark wachsen

Protestforscher: "Extinction Rebellion" wird nicht stark wachsen
09.10.2019
epd-Gespräch: Markus Geiler
epd

Der Berliner Protestforscher Dieter Rucht geht nicht davon aus, dass die Klimabewegung "Extinction Rebellion" ("Aufstand gegen das Aussterben") langfristig stärkeren Zulauf bekommen wird. Inhaltlich biete die Bewegung bis auf die konkrete Forderung der CO2-Neutralität bis 2025 nicht viel anderes als "Fridays for Future", sagte Rucht am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der entscheidende Unterschied sei die Protestform.

"Extinction Rebellion" setze ausschließlich auf das Mittel des zivilen Ungehorsam, sagte Rucht. So blockiert die Bewegung seit Montag in Berlin Kreuzungen, Straßen und Brücken, um den Verkehr zum Erliegen zu bekommen.

Die starke Medienaufmerksamkeit für die Aktionen und der größere Nervenkitzel könne auf "Fridays for Future"-Aktivisten durchaus attraktiv wirken, die in der bloßen Fortsetzung der freitäglichen Proteste keinen Nutzen mehr sehen, sagte der Protestforscher. Gleichzeitig wisse er aus Gesprächen mit "Fridays for Future"-Demonstranten, dass viele von ihnen Gesetzesübertretungen ablehnen.

Ob sich "Extinction Rebellion" stärker radikalisieren wird, wenn die Bewegung ihre Ziele nicht erreicht, sei dabei völlig offen, sagte Rucht weiter. Die Klimaaktivisten fordern neben der CO2-Neutralität bis 2025 die sofortige Ausrufung des Klimanotstandes durch die Bundesregierung und die Einberufung einer "Bürger*innenversammlung", um Klimaschutzmaßnahmen mehr Akzeptanz zu verschaffen.

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