Wohnungslose gründen bundesweite Selbstvertretung

Wohnungslose gründen bundesweite Selbstvertretung

Wohnungslose und ehemals wohnungslose Menschen aus ganz Deutschland haben eine Selbstvertretung gegründet, um ihre Interessen öffentlich zu machen. Der neue Verein "Selbstvertretung wohnungsloser Menschen e.V." will dazu beitragen, Armut, Ausgrenzung und Wohnungslosigkeit effektiv zu bekämpfen, wie Koordinator Stefan Schneider dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitteilte. Zur Unterstützung Wohnungsloser sollen auch Regionalgruppen und Netzwerke geschaffen werden.

Die 26 ersten Mitglieder hätten am Mittwoch bei einem Treffen in Freistatt bei Diepholz (Niedersachsen) der Vereinssatzung zugestimmt, sagte Schneider: "Damit hat die Selbstvertretung eine eigene Rechtsform und kann eigenständig und selbstbestimmt die Arbeit aufnehmen." Laut Satzung können nur wohnungslose, ehemals wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen Mitglied des gemeinnützigen Vereins werden.

Die Initiative wird den Angaben zufolge vom Land Niedersachsen, von der niedersächsischen Diakonie, von der "Aktion Mensch" und von den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld gefördert. Sie ging aus jährlichen Treffen wohnungsloser Menschen in Freistatt und im bayrischen Herzogsägmühle bei Garmisch-Partenkirchen hervor.

Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe gab es 2017 in Deutschland rund 650.000 Menschen ohne Wohnung. Mehr als die Hälfte von ihnen waren Geflüchtete in Flüchtlingsunterkünften. Etwa 48.000 Wohnungslose lebten auf der Straße

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