"Brot für die Welt": Deutschland braucht ambitioniertere Klimapolitik

Cornelia Füllkrug-Weitzel

© Marijan Murat/dpa

Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin des Hilfswerks "Brot für die Welt" spricht während eines Interviews mit der Deutschen Presse-Agentur.

"Brot für die Welt": Deutschland braucht ambitioniertere Klimapolitik
Vor der Kabinettsberatung über das Klimaschutzprogramm fordert "Brot für die Welt" eine ambitionierte Klimapolitik der Bundesregierung.

Das "völlig unzureichende Klimapaket" müsse drastisch nachgeschärft werden, erklärte die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks, Cornelia Füllkrug-Weitzel, am Dienstag in Berlin. Es brauche rechtlich verbindliche Zwischenziele für die Jahre 2030, 2040 und 2050, die sich konsequent an den Pariser Klimazielen orientierten.

Sie betonte: "Wenn alle Staaten dem schlechten Beispiel Deutschlands folgen würden, wäre es am Ende des Jahrhunderts auf diesem Planeten durchschnittlich weit mehr als drei Grad wärmer als heute." Derzeit würden die Kosten vor allem auf die ärmsten Länder und Bevölkerungsgruppen abgewälzt, "die durch immer heftigere klimabedingte Katastrophen wie Stürme und Dürren, Ernteausfälle oder Überschwemmungen immer mehr ihrer ohnehin schon dürftigen Lebensgrundlagen verlieren". Die sozialen Verwerfungen und die ökonomischen Schäden, die ein ungebremster Klimawandel hervorbringe, seien deutlich kostspieliger als rechtzeitiges Handeln.

Das Kabinett will an diesem Mittwoch über das Klimaschutzprogramm beraten, das die Maßnahmen der Bundesregierung beinhaltet, um die deutschen Klimaziele in den kommenden Jahrzehnten zu erreichen. Die Eckpunkte waren nach monatelangen Verhandlungen der zuständigen Ministerien am 20. September der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

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