Studie zu Religiosität und Demokratie geplant

Studie zu Religiosität und Demokratie geplant

Ein von Leipzig aus geleitetes Forscherteam will in den kommenden zwei Jahren den Zusammenhang zwischen Religiosität und politischen Einstellungen erforschen. Herausgefunden werden solle unter anderem, welche Formen von Religiosität Einfluss auf antidemokratische Haltungen haben und welche religiösen Formen demokratieförderlich seien, teilte die Universität Leipzig am Dienstag mit. Weiter solle untersucht werden, welche Rolle Religion bei der Stabilisierung oder Destabilisierung der deutschen Demokratie spielt und ob bestimmte Formen von Religiosität in Beziehung zu Vorurteilen stehen.

Ausgangspunkt des Interesses seien die zunehmenden Prozesse gesellschaftlicher Polarisierung und Radikalisierung der vergangenen Jahre, "die auch vor Kirchengemeinden nicht Halt gemacht haben", erklärte der Leipziger Religionssoziologe Gert Pickel. Es fänden sich verschiedene Vorstellungen und theologische Begründungslinien, die unterschiedliche Positionen zur Demokratie und zu rechtspopulistischen oder rechtsradikalen Argumenten nach sich zögen, fügte er hinzu. Zugleich fehlten tiefe Kenntnisse über das Verhältnis von Demokratie und Religion bislang "oft vollständig".

Für die Studie sollen im Sommer 2020 in Verbindung mit der seit 2002 laufenden Leipziger Autoritarismus-Studie den Angaben zufolge 2.500 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger befragt werden. Erste Ergebnisse sollen demnach 2021 vorliegen. An dem Projekt ist neben den Universitäten Leipzig, Duisburg-Essen, Bern und Luzern auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) beteiligt, wie es weiter hieß.

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