Klima: Umweltverbände unzufrieden mit Ergebnissen der Koalition

Klima: Umweltverbände unzufrieden mit Ergebnissen der Koalition

Umweltverbände und die Jugendbewegung "Fridays for Future" haben die Beschlüsse der großen Koalition zum Klimaschutz scharf kritisiert. "Totalausfall" urteilte am Freitag nach dem Beschluss des Klimakabinetts die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Als "Stückwerk aus halbgaren Maßnahmen" bezeichnete der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) das Paket, um das die Koalition die Nacht hindurch gerungen hatte. "Die große Koalition kann keinen Klimaschutz", konstatierte Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser.

Auf Kritik stößt bei den Organisationen vor allem der Preis für die geplanten Emmissionszertifikate. Eine Tonne CO2 soll dem Eckpunktepapier zufolge 2021 mit zehn Euro bepreist werden. Der Preis soll kontinuierlich steigen auf 35 Euro im Jahr 2025. Das sei lächerlich niedrig, erklärte BUND-Geschäftsführer Hubert Weiger. Absurd sei, dass die "ohnehin geringen Kostensteigerungen" durch eine Anhebung der Pendlerpauschale ausgeglichen werden sollen, urteilte die DUH. Auch Greenpeace bezeichnete den Preis als "absurd" und "lächerlich".

Der deutsche Ableger der Klimabewegung "Fridays for Future" erklärte bei Twitter, es sei ein "schlechter Witz", wenn die Bundesregierung die Bewegung lobe und "uns dann Entscheidungen verkaufen möchte, mit denen unsere Zukunft weiter mit Füßen getreten wird". In dem Kurznachrichtendienst machten junge Menschen unter dem Hashtag "#NotMyKlimapaket" ihrer Enttäuschung Luft.

Auch die Entwicklungsorganisation "Brot für die Welt", die wiederholt einen stärkeren Klimaschutz zugunsten der armen Länder angemahnt hatte, äußerte sich unzufrieden. "Diese Bundesregierung hat die Klimakrise noch immer nicht begriffen", erklärte Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel. Die Ziele des Pariser Klimaabkommens werde man so nicht einhalten können. "Das ist ein Schlag ins Gesicht all der Menschen, die schon heute unter den Folgen des Klimawandels leiden - und all derer, die heute in aller Welt für Klimagerechtigkeit auf die Straße gegangen sind", erklärte sie.

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