Diakonie Württemberg gegen Finanzierung von Trisomie-Tests

Diakonie Württemberg gegen Finanzierung von Trisomie-Tests

Die Diakonie Württemberg hat mit Blick auf die Entscheidung des Bundesausschusses für Gesundheitswesen vor einer Kassenfinanzierung von pränatalen Bluttests gewarnt. "Die Diakonie Württemberg hält es für hoch problematisch, dass der pränatale Bluttest bei Schwangeren auf eine Trisomie des ungeborenen Kindes nun als Regelleistung von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden soll", sagte der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg, Dieter Kaufmann, in einer Mitteilung am Mittwoch.

In eine so folgenreiche Entscheidung müssten auch ethische und gesellschaftspolitische Bewertungskriterien einbezogen werden. Eine rein medizinisch-technische Bewertung, wie sie der Gemeinsame Bundesausschuss vornimmt, sei einer solch bedeutsamen Entscheidung nicht angemessen, kritisierte er.

Der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen (GB-A) entscheidet an diesem Donnerstag, ob der Gen-Test auf eine mögliche Trisomie des ungeborenen Kindes zur Kassenleistung wird - die Kosten sollen jedoch nur im Falle einer Risikoschwangerschaft übernommen werden.

Der Test habe keinerlei medizinischen Nutzen, weil er nichts heilen könne, kritisierte der Chef der Württembergischen Diakonie. "Aber er kann eine bereits getroffene Entscheidung für das Kind infrage stellen und Betroffene in große Nöte bringen." Es brauche stattdessen ein frühzeitiges und umfassendes Beratungsangebot, um das Für und Wider eines solchen Tests in Ruhe abwägen zu können. Außerdem müssten Familien mit einem Kind mit Behinderung noch schneller und ohne bürokratischen Aufwand unterstützt werden.

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