Evangelische Kirche beteiligt sich an Seenotrettung

Beschluss des Rates der EKD zum Unterhalt des Rettungsschiffs.

© epd-bild/Christian Ditsch

EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm (r.) und Christoph Hey von der Organisation "Ärzte Ohne Grenzen" auf der gemeinsamen Pressekonferenz.

Evangelische Kirche beteiligt sich an Seenotrettung
Die evangelische Kirche will sich an der Seenotrettung im Mittelmeer beteiligen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, informierte am Donnerstag in Berlin darüber, dass die evangelische Kirche gemeinsam mit etlichen weiteren Organisationen zusammen ein Schiff für diesen Zweck kaufen will.
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Das sehe ein aktueller Beschluss des Rates der EKD vor. Zum Unterhalt des Rettungsschiffs solle ein Verein mit breiter gesellschaftlicher Beteiligung gegründet werden.

Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm mahnte, dass Menschen ertrinken und sterben, könne von niemandem hingenommen werden, schon gar nicht von Menschen christlichen Glaubens. "Not hat keine Nationalität", sagte der bayerische Landesbischof. Egal aus welchen Gründen Menschen in Lebensgefahr sind, bestehe die Pflicht zu helfen

Er drückte seinen "hohen Respekt" für die Menschen aus, die helfen, andere vor dem Ertrinken zu retten und dafür auch bereit seien, Sanktionen in Kauf zu nehmen. Zum konkreten Vorhaben zur Anschaffung eines Rettungsschiffs sagte Bedford-Strohm: "Es geht nicht nur um Symbolik." Es würden ganz konkret Menschen gerettet.

Hintergrund des EKD-Ratsbeschlusses ist eine Resolution, die im Juni auf dem Kirchentag in Dortmund verabschiedet worden war. In dieser wurden die EKD und die Landeskirchen dazu aufgefordert, selbst ein Schiff zur Rettung von Menschen in Seenot ins Mittelmeer zu entsenden. Initiator war neben anderen der EU-Parlamentarier Sven Giegold (Grüne). Seitdem wurde in der evangelischen Kirche intensiv über das Thema debattiert.

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