UN-Ermittler verlangen Bestrafung der Kriegsverbrecher im Jemen

UN-Ermittler verlangen Bestrafung der Kriegsverbrecher im Jemen

Alle Konfliktparteien im Jemen sind laut einem Expertenbericht der UN für eine Reihe möglicher Kriegsverbrechen verantwortlich. Zivilisten in dem arabischen Land seien in vielen Fällen die Opfer der Verbrechen, heißt es in dem am Dienstag in Genf vorgestellten Report.

Die Waffenlieferungen an die Konfliktparteien müssten gestoppt und die Kampfhandlungen eingestellt werden, verlangte der Menschenrechtsaktivist Kamel Jendoubi aus Tunesien, der Vorsitzende der Ermittler-Gruppe. Auf das Konto der Streitkräfte Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate gehen im Jemen nach Auskunft der Ermittler vor allem Luftschläge auf zivile Ziele. Dabei seien viele unschuldige Kinder Frauen und Männer verletzt und getötet worden.

Die Huthi-Rebellen wiederum feuern den Angaben zufolge mit Geschützen in Wohngegenden. Dem Beschuss fielen ebenfalls viele Zivilisten zum Opfer. Weitere Verbrechen umfassten Verschleppungen, Rekrutierung von Kindersoldaten, Folter, Vergewaltigungen, Tötungen und die Zurückweisung humanitärer Hilfe oder deren Behinderung.

Die schätzungsweise 28 Millionen Einwohner des arabischen Landes leiden laut den UN unter der größten humanitären Krise weltweit. Millionen von ihnen hungern, zudem wüten Krankheiten wie die Cholera. Die Täter und ihre Auftraggeber müssten zur Rechenschaft gezogen werden, verlangte der Vorsitzende der UN-Expertengruppe.

Die Ermittler aktualisierten eine bereits vorhandene Liste mit Namen möglicher Kriegsverbrecher. Diese Liste wurde beim UN-Hochkommissariat für Menschenrechte in Genf hinterlegt. Sie könnte bei strafrechtlichen Ermittlungen und Prozessen herangezogen werden. Das Expertenteam arbeitet im Auftrag des UN-Menschenrechtsrates, für die Erstellung des Berichts führten die Ermittler mehr als 600 Interviews und werteten Dokumente aus.

Im Jemen kämpft die Regierung seit 2015 mit direkter militärischer Hilfe Saudi-Arabiens und der VAE gegen die Huthi-Rebellen, die Unterstützung aus dem Iran erhalten.

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