Umweltaktivisten blockieren Tagebau Garzweiler

Umweltaktivisten blockieren Tagebau Garzweiler
Friedlicher Protest für früheren Kohleausstieg

Umweltaktivisten haben am Samstag mit fünf Sitzblockaden und drei Mahnwachen im rheinischen Braunkohlerevier für einen früheren Kohleausstieg demonstriert. Der Protest rund um den Tagebau Garzweiler sei gewaltfrei und insgesamt ruhig geblieben, sagte Clara Tempel, Sprecherin vom Bündnis "Kohle ersetzen", dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Sonntag. Zwischen 150 und 200 Menschen seien dem Aufruf zum Protest gegen die Energiegewinnung aus Kohle gefolgt. Auch die Polizei berichtete, die Aktivisten hätten sich insgesamt friedlich verhalten.

Jeweils etwa 30 Menschen blockierten nach Angaben der Polizei Aachen fünf Zufahrten zum Werksgelände des Tagebaus Garzweiler mit Sitzblockaden. Die Beamten hätten sie wegtragen müssen, es sei aber zu keinen Gewalttätigkeiten oder Widerständen gekommen. Vorübergehend hätten die Polizisten 20 Aktivisten festgenommen, deren Identität sie nicht vor Ort feststellen konnten. Mittlerweile befinden sich aber alle wieder auf freiem Fuß, wie eine Polizeisprecherin dem epd am Sonntag sagte. Die Behörde leitete zudem Strafverfahren wegen Nötigung und Hausfriedensbruch ein.

Auf den Transparenten der Demonstranten hieß es etwa "Raus aus der Kohle, rein ins Vergnügen!" und "Zwangsumsiedlungen machen krank". Die Umweltschützer sangen Lieder wie "Bella Ciao". Sprecherin Tempel bezeichnete die Aktion als erfolgreich: Die Aktivisten hätten den Schichtwechsel im Tagebau gestört. Auch die Kohlebahn sei mehrere Stunden nicht gefahren.

Im Laufe des Nachmittags sollte das Klimacamp nahe dem Braunkohletagebau Garzweiler nach vier Tagen zu einem Ende kommen. Das Bündnis "Klima Ersetzen" hatte zu einem gewaltfreien und bunten Protest aufgerufen. Die Aktivisten pochten auf einen früheren Kohleausstieg, den Erhalt des Hambacher Waldes und der umliegenden Dörfer, die der Kohlegewinnung weichen sollen.

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