Bischof Hein fordert Eintreten für das Existenzrecht Israels

Bischof Hein fordert Eintreten für das Existenzrecht Israels
Deutschland spricht 2019

Der kurhessische Bischof Martin Hein hat zu einem klaren Eintreten für das unbedingte Existenzrecht Israels aufgerufen. Der jüdische Glaube gehöre untrennbar zu den christlichen Kirchen, sagte Hein in seiner Abschiedspredigt vor der Martinskirchen-Gemeinde am Sonntag in Kassel. Der 65-Jährige tritt nach 19 Jahren an der Spitze der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck am 29. September in den Ruhestand.

Der wiederauflebende Rechtsextremismus, der durch die Hemmungslosigkeit in den Sozialen Medien befördert werde, habe eine neue Welle des Antisemitismus ausgelöst, beklagte Hein. Diese nehme Ressentiments auf, die schon endgültig überwunden schienen. Der offene oder unterschwellige Antisemitismus reiche bis in die Kirchengemeinden hinein. Christen könnten dies nicht einfach hinnehmen oder gar als Verirrung Einzelner abtun. "Es darf kein Vergessen geben, was unsere eigene Geschichte als Kirche wie als Nation angeht", mahnte Hein.

"Wir müssen uns immer wieder fragen, wie es in all den Jahrhunderten dazu kommen konnte, aus einem übersteigerten christlichen Selbstwertgefühl heraus eine unsägliche Gegnerschaft gegenüber Gottes auserwähltem Volk zu entwickeln", sagte Hein. Die Christen müssten daher selbstkritisch und aufmerksam bleiben, auch gegenüber allen antisemitischen Umtrieben, ganz gleich, von welcher Seite sie kämen.

Juden und Christen seien und blieben miteinander verbunden im Glauben an den einen Gott und in der fortwährenden Beziehung auf die Bibel, betonte der Bischof. Dies geschehe auf unterschiedlichen Wegen, hinter die es kein Zurück mehr gebe. "Aber so anders denn doch auch nicht, dass es keine Verständigung über Gottes Wort und Willen geben könnte", erklärte Hein. Wenn Juden und Christen die Heilige Schrift läsen und entdeckten, dass Gottes Liebe allen Menschen gelte, dann kämen sie zueinander und blieben sich nicht fremd.

Hein hielt seine Predigt am sogenannten Israelsonntag, der elf Wochen nach dem Pfingstfest gefeiert wird. An diesem Sonntag steht nach der Ordnung der Evangelischen Kirche in Deutschland das Verhältnis zwischen Christen und Juden im Mittelpunkt. Der Sonntag liegt in zeitlicher Nähe zum 9. Tag des jüdischen Monats Aw, an dem im Judentum der Zerstörung sowohl des salomonischen Tempels durch die Babylonier 586 vor Christus als auch des herodianischen Tempels durch die Römer im Jahr 70 nach Christus gedacht wird.

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