Schleswig-Holstein: Studie zu früheren NS-Größen in der Landespolitik

Schleswig-Holstein: Studie zu früheren NS-Größen in der Landespolitik
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Der Landtag in Schleswig-Holstein hat eine Studie zum Einfluss ehemaliger Nationalsozialisten auf die Landespolitik der Nachkriegszeit in Auftrag gegeben. Im Fokus der wissenschaftlichen Erhebung stehen 491 Personen, die nach 1945 in Justiz, Landespolizei, Sozialverwaltung und Kommunalpolitik tätig waren, wie Uwe Danker, Historiker an der Uni Flensburg, am Donnerstag in Kiel ankündigte.

Vorangegangen war eine erste Studie über die Lebensläufe von 342 Nachkriegspolitikern im Landtag und in der Landesregierung, die vor drei Jahren bundesweit Aufsehen erregte. Demnach waren dort nach 1945 außergewöhnlich viele ehemalige Nationalsozialisten tätig. Insgesamt war etwa jeder dritte Politiker NSDAP-Mitglied gewesen - ein rund doppelt so hoher Anteil wie in der Bevölkerung. Bei CDU und FDP lag der Anteil sogar bei rund 75 Prozent, bei der SPD bei 20 Prozent.

Nun wollen Danker und sein zehnköpfiges Team untersuchen, in welcher Weise die NS-Verstrickung die Landespolitik beeinflusst hat, wie es hieß. Dafür soll unter anderem die Sprache der Landtagsdebatten analysiert werden. Außerdem soll untersucht werden, ob es ein Netzwerk von ehemaligen Nazi-Größen im Norden gegeben hat. Die Ergebnisse der Studie sollen im Herbst 2020 vorliegen.

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