Städte- und Gemeindebund gegen pauschales Böllerverbot

Städte- und Gemeindebund gegen pauschales Böllerverbot
Deutschland spricht 2019

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat sich gegen ein pauschales Verbot für private Silvester-Feuerwerke ausgesprochen. "Neujahrsböller sind ein Ausdruck von Lebensfreude und sollten daher nicht generell untersagt werden", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) mit Blick auf Forderungen der Deutschen Umwelthilfe. "Allein durch Verbote und gesetzliche Einschränkungen wird man nicht weiterkommen." Es gehe darum, die Bevölkerung zu überzeugen und für einen verantwortungsvollen Umgang mit Böllern und Feuerwerkskörpern zu werben.

Beschränkungen für Feuerwerke sind laut Landsberg aber durchaus notwendig - etwa in der Nähe von Senioren- und Kinderheimen, Tierheimen oder auch aus Gründen des Brandschutzes. In Innenstädten mit alter Bausubstanz und Fachwerkhäusern sei ein komplettes Feuerwerksverbot sinnvoll. Dies gelte auch für größere Menschenansammlungen auf Straßen und Plätzen etwa bei Konzerten, Straßenfesten oder Kundgebungen.

Die Deutsche Umwelthilfe hatte gefordert, private Feuerwerke in besonders durch Feinstaub belasteten Städten zu verbieten. Sie hatte in 31 Städten entsprechende Anträge gestellt. Landsberg gab zu bedenken, dass nicht Böller und Feuerwerk, sondern der Verkehr einer der Hauptverursacher von Emissionen in den Kommunen sei. Um die Qualität der Luft zu verbessern, seien daher nicht pauschale Böllerverbote hilfreich, sondern zügige Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr, den Bau von Radwegen und die Digitalisierung der Verkehrssysteme.

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