Menschenrechtler fordern Stopp geplanter Rohingya-Rückführung

Menschenrechtler fordern Stopp geplanter Rohingya-Rückführung
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Menschenrechtler protestieren gegen die geplante Rückführung von Rohingya-Flüchtlingen aus Bangladesch nach Myanmar. Das Vorhaben müsse unverzüglich gestoppt werden, forderte Human Rights Watch am Mittwoch. "Myanmar hat bislang nichts gegen die systematische Verfolgung der Rohingya unternommen", kritisierte Südasien-Direktorin Meenakshi Ganguly. Daher hätten die Flüchtlinge allen Grund, bei einer Rückkehr um ihre Sicherheit zu fürchten.

Auch ein Zusammenschluss von mehr als 60 Hilfsorganisationen warnte am Mittwoch vor einer voreiligen Repatriierung. So äußerten unter anderem Care, Save the Children, Oxfam, Welthungerhilfe und World Vision große Besorgnis über die Sicherheit der betroffenen Familien im Bundesstaat Rakhine. Sie forderten Bangladesch und Myanmar mit Nachdruck auf, dafür zu sorgen, dass jeder Rückkehrprozess sicher, freiwillig und würdevoll verläuft. Zudem müssten die Flüchtlinge ein Mitspracherecht haben.

Myanmar hat erklärt, dass 3.500 Rohingya, die auf einer Liste von insgesamt 22.000 Flüchtlingen stünden, repatriiert werden könnten. Die Rückführung war für diesen Donnerstag angesetzt. Demnach führten das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und bangladeschische Behörden Gespräche mit den Rohingya, ob diese bereit seien, freiwillig zurückzukehren. Zu den Befragungen seien jedoch nur 100 Rohingya erschienen, berichtete die Zeitung "Dhaka Tribune" am Mittwoch. Der letzte Versuch einer Repatriierung im November 2018 war gescheitert, weil kein Flüchtling bereit gewesen war, freiwillig die Grenze zu überqueren.

Nach einer brutalen Militäroffensive von Ende August 2017 sind mehr als 740.000 Rohingya aus Myanmars westlichem Bundesstaat Rakhine nach Bangladesch geflohen. UN-Ermittler werfen Myanmars Armee Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Die Geflüchteten berichteten von Morden, Gruppenvergewaltigungen und Folter.

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