Forscher melden vielversprechende Erfolge bei Ebola-Medikamenten

Deutschland spricht 2019
Forscher melden vielversprechende Erfolge bei Ebola-Medikamenten
Ausbruch mit 1.900 Toten noch immer nicht unter Kontrolle
Zwei Medikamente erhöhen die Überlebenschancen von Ebola-Infizierten deutlich. Die WHO spricht von exzellenten Neuigkeiten. Bei Tests sank die Sterberate erheblich.

Inmitten der schweren Ebola-Epidemie im Kongo melden Forscher vielversprechende Erfolge bei Medikamententests. Ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprach am Dienstag in Genf von "exzellenten Neuigkeiten". Die neuen Erkenntnisse werden "Leben retten und wir kommen wirksamen Heilmitteln näher", betonte WHO-Sprecher Christian Lindmeier.

Zwei von vier Medikamenten hätten in den Tests die Überlebenschancen der Ebola-Infizierten deutlich erhöht, teilte das an der Studie beteiligte US-amerikanische Nationale Institut für Allergie und Infektionskrankheiten (NIAID) mit. Laut WHO konnte so die Sterberate mit den Arzneimitteln REGN-EB3 und mAb114 bei geringer Viruslast auf bis zu sechs beziehungsweise elf Prozent gesenkt werden.

Insgesamt hätten bei den beiden Medikamenten etwa zwei Drittel der Patienten überlebt. Hingegen liegt die derzeitige Ebola-Sterberate im Osten der Demokratischen Republik Kongo bei den registrierten Erkrankten bei über zwei Dritteln.

WHO-Sprecher Lindmeier teilte mit, dass Ebola-Infizierte im Kongo nur noch mit REGN-EB3 oder mit mAb114 behandelt würden. Der WHO-Sprecher unterstrich, dass Infizierte so früh wie möglich behandelt werden müssten. Patienten hätten dann die besten Überlebenschancen.

Der Test unter Ägide der WHO mit 681 Patienten wurde im November gestartet, etwa ein Vierteljahr nach Beginn der Epidemie, die noch immer nicht unter Kontrolle ist. Es handelt sich um den zweitgrößten Ausbruch in der Geschichte der hochansteckenden Fieberkrankheit.

Bislang wurden rund 2.830 Fälle im Osten der Demokratischen Republik Kongo erfasst, fast 1.900 Menschen starben. Anhaltende Gewalt in dem unruhigen Gebiet, Misstrauen in der Bevölkerung und fehlende Infrastruktur erschweren die Bekämpfung der Epidemie. Außerhalb des Kongos sind derzeit keine Ebola-Fälle bekannt.

epd her/svo jup