Sudan schließt Schulen nach Massenprotesten

Sudan schließt Schulen nach Massenprotesten

Im Sudan sind seit Mittwoch alle Kindergärten und Schulen wegen anhaltender Massenproteste bis auf weiteres geschlossen. Die Militärjunta reagiert damit laut einem Bericht des britischen Senders BBC auf landesweite Proteste von Schülern, die sich gegen den Einsatz von Gewalt wehren. Am Montag waren bei Demonstrationen in El-Obeid fünf Menschen, darunter vier Schüler, von Sicherheitskräften erschossen worden.

Der Chef des Übergangsmilitärrats, Abdel Fattah al-Burhan, bedauerte den Tod der Schüler. "Die Tötung friedlicher Bürger ist inakzeptabel, ein Verbrechen, das eine sofortige und abschreckende Ahndung erfordert", sagte er laut der staatlichen Nachrichtenagentur Suna. Der Vorfall zeige, dass die Bildung einer Übergangsregierung beschleunigt werden müsse.

Im Sudan gehen die Menschen seit Monaten auf die Straße. Die Protestbewegung fordert eine zivile Übergangsregierung und hat mit den herrschenden Militärs Mitte Juli eine Teilung der Macht vereinbart. Allerdings gibt es noch viele Streitpunkte zu klären.

Mitte Juni hatte der Einsatz von Gewalt durch die Militärjunta weltweit für Entsetzen gesorgt. Bei der Räumung eines Protestcamps wurden damals offiziellen Angaben zufolge 87 Menschen getötet, die Opposition geht jedoch von mehr als 100 Toten aus.

Das Militär hatte Anfang April nach monatelangen Protesten den seit Jahrzehnten regierenden Präsidenten Omar al-Baschir abgesetzt. Seither regiert ein Militärrat, gegen den die Opposition weiter Großdemonstrationen und Generalstreiks organisierte.

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