Inklusion: "Beim gemeinsamen Spielen entstehen Hürden gar nicht erst"

Inklusion: "Beim gemeinsamen Spielen entstehen Hürden gar nicht erst"
«Stück zum Glück»-Projektleiterin Jansen über inklusive Spielplätze

Bonn (epd). Die Initiative "Stück zum Glück" baut seit 2018 in ganz Deutschland inklusive Spielplätze. 40 sollen es insgesamt werden, 17 gibt es schon, unter anderem in Dortmund und Bielefeld, wie Projektleiterin Ulrike Jansen von der Aktion Mensch dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Bonn sagte. Inklusive Spielplätze förderten den selbstverständlichen Austausch zwischen den Kindern: "Beim Spiel zählt nicht die Behinderung, sondern es geht um das gemeinsame Erlebnis. Hürden entstehen da gar nicht erst."

Für Kinder mit Behinderung seien bisher viel zu wenige Spielplätze nutzbar, beklagte Jansen. "Inklusive Spielplätze zu bauen, ist teuer. Und Entscheider denken Inklusion häufig nicht mit." Der erste "Stück zum Glück"-Spielplatz wurde im vergangenen Sommer in Köln eröffnet. Inzwischen sind bereits 17 inklusive Spielplätze fertig, drei weitere sollen noch in diesem Jahr folgen.

Ein inklusiver Spielplatz unterscheidet sich laut Jansen vor allem durch die Zugänglichkeit von einem gewöhnlichen Spielplatz. "Kinder und Eltern im Rollstuhl kommen meistens gar nicht erst auf normale Spielplätze. Sand oder Kies stoppt sie." Auf inklusiven Spielplätzen sei dagegen kaum Sand zu finden - und wenn doch, dann auf einem Hochtisch, so dass Kinder im Rollstuhl auch mitspielen können. Der Boden sei stattdessen mit Fallschutzflächen ausgelegt, die glatt und eben seien, damit Kinder und Eltern im Rollstuhl problemlos auf die Spielplätze fahren können.

Auch auf die Auswahl der Geräte werde besonderer Wert gelegt, erläuterte die Projektleiterin. Starke Farben und Klangspiele sollten auch Kinder mit geistigen Behinderungen anregen. Bei Klettergerüsten werde darauf geachtet, dass sie auch Kinder im Rollstuhl nutzen können. Die könnten dann unter das Gerüst fahren und sich alleine hochziehen. "Das ist ein großer Schritt für die Kinder", sagte Jansen.

Das Projekt soll auch ein Umdenken in den Städten anstoßen. Bei der Auswahl der Standorte sei es sinnvoll, dass in der Nähe eine inklusive Schule oder ein inklusiver Kindergarten oder ähnliches sei. "Die Kinder dort wollen ja auch mitspielen", betonte Jansen.

Der Handelskonzern Rewe und ein Waschmittel- und Kosmetikhersteller finanzieren "Stück zum Glück" mit einer Spendenaktion. So soll eine Million Euro gesammelt werden. Mehr als die Hälfte der Summe ist den Angaben zufolge schon erreicht.