Staatsanwaltschaft durchsucht Räume der Öko-Test AG

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Staatsanwaltschaft durchsucht Räume der Öko-Test AG

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen Organe der ehemaligen Öko-Test Holding AG, dem Vorgänger der heutigen Öko-Test AG. Wie die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen am Dienstag mitteilte, sollen die Beschuldigten Anteile an einer wirtschaftlich angeschlagenen, in Hongkong ansässigen Gesellschaft erworben haben, bei denen einige von ihnen zugleich Funktionen innehatten. Zu diesem Zeitpunkt im Herbst und Winter 2017 habe sich die Öko-Test Holding AG selbst in einer wirtschaftlichen Schieflage befunden. Die Ermittlungen hätten keinen Bezug zu den Presseaktivitäten des Verbrauchermagazins "Öko-Test".

Im Rahmen der Ermittlungen wurden am Dienstagmorgen die Firmenräume der Öko-Test AG, Geschäftsräume von beteiligten Gesellschaften sowie die Wohn- und Geschäftsräume der Beschuldigten durchsucht, wie die SWR-Wirtschaftsredaktion als erste berichtete. Insgesamt durchsuchte die Polizei sieben Objekte in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und Elmshorn. Dabei waren mehr als 40 Beamte des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main, der Landeskriminalämter Berlin und Hamburg und der Kriminalpolizeiinspektion Itzehoe beteiligt. Laut Staatsanwaltschaft Frankfurt stellten sie umfangreiches Aktenmaterial und digitale Daten sicher.

Die Beschuldigten sollen nach Angaben der Staatsanwälte auch veranlasst haben, dass die Öko-Test Holding AG der Hongkonger Gesellschaft ein Darlehen gewährte. Dabei sollen sie ihre Prüf- und Sorgfaltspflichten verletzt haben. Die hongkong-chinesische Gesellschaft wurde bald zahlungsunfähig, weswegen der Öko-Test Holding AG durch den Erwerb der Anteile und die Darlehensgewährung ein Schaden im Millionenbereich entstanden sein soll.

Die Öko-Test Holding gehörte zur Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG), hinter der die SPD als Mehrheitseigentümerin steht. Die DDVG betreibt auch die heutige Öko-Test AG. Das Engagement der DDVG beim Hongkonger Unternehmen Cavete Global Ltd. hatte im Jahr 2017 zu erheblichen Verlusten geführt.

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