Mehr als 200.000 Migranten und Flüchtlinge in Algerien

Deutschland spricht 2019
Mehr als 200.000 Migranten und Flüchtlinge in Algerien

Mehr als 200.000 Flüchtlinge und Migranten leben derzeit in Algerien. Dazu zählen mindestens 40.000 Syrer und 4.000 Palästinenser, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Für die beiden Gruppen gelten in dem nordafrikanischen Land demnach Sonderregelungen, um ihnen Zugang zu Bildung oder zum Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Etwa 160.000 Migranten aus Subsahara-Afrika halten sich zudem ohne einen aufenthaltsrechtlichen Status oder eine offizielle Arbeitserlaubnis in Algerien auf, wie aus dem Dokument hervorgeht, über das zunächst die Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Dienstag) berichtet hatten. In der Regel werde ihnen Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung gewährt, erklärte die Bundesregierung.

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke kritisierte die Lage der Migranten in Algerien und die Einstufung des Landes als sicheres Herkunftsland. Es komme dort und im benachbarten Marokko zu schweren Verletzungen der Menschenrechte, insbesondere von ethnischen und religiösen Minderheiten sowie von Schwulen und Lesben. Das räume die Bundesregierung in ihrer Antwort auch selbst ein, erklärte Jelpke. Marokko und Algerien seien nicht sicher.