16 Beschuldigte nach Razzia wegen Scheinehen in Haft

16 Beschuldigte nach Razzia wegen Scheinehen in Haft

Nach einer großangelegten Razzia wegen Scheinehen sitzen 16 Beschuldigte in Untersuchungshaft. Wie die Staatsanwaltschaft Leipzig am Freitag mitteilte, wurden Haftbefehle gegen insgesamt 17 Beschuldigte im Alter zwischen 22 und 52 Jahren erwirkt. Die Beschuldigten stammen aus Indien, Pakistan und Nepal. Insgesamt 16 Haftbefehle seien vollzogen worden, einer wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

So sei etwa gegen einen 52-jährigen Pakistaner als einen der Hauptbeschuldigten Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern erlassen und Untersuchungshaft angeordnet worden, hieß es. In zwölf Fällen sei wegen des dringenden Tatverdachts des Verstoßes gegen das Freizügigkeitsgesetz durch Erschleichen einer EU-Aufenthaltserlaubnis Haftbefehl ausgestellt worden. Weitere Haftbefehle beträfen die unerlaubte Einreise mit gefälschten Dokumenten oder den unerlaubten Aufenthalt in Deutschland. Bei den Durchsuchungen sei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden, das weiter ausgewertet werde.

Die Bundespolizei war am Mittwoch vor allem in Leipzig und Umgebung mit einem Großeinsatz gegen die mutmaßliche Bande vorgegangen. Sie soll mit Hilfe von Scheinehen zahlreiche Menschen nach Deutschland geschleust haben. Insgesamt wurden 39 Objekte in vier Bundesländern durchsucht. An den Aktionen gegen insgesamt 68 Beschuldigten waren rund 550 Polizisten in Sachsen, Thüringen, Bayern und Rheinland-Pfalz beteiligt.

Die Bande soll pro Schleusung einer Person zwischen 15.000 Euro und 22.000 Euro verlangt haben. Im Rahmen einer "Rundumversorgung" seien die Geschleusten nach der Einreise auch bei Behördengängen begleitet worden. Die Schein-Ehepartner hatten ihren Lebensmittelpunkt zumeist im osteuropäischen Ausland.

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