Spitze des Springer-Konzerns stellt sich hinter KKR-Angebot

Spitze des Springer-Konzerns stellt sich hinter KKR-Angebot

Vorstand und Aufsichtsrat des Springer-Konzerns empfehlen ihren Aktionären, das Übernahmeangebot der US-Investmentgesellschaft KKR anzunehmen. Sie begrüßten, dass KKR die langfristige Strategie der Axel Springer SE unterstütze, wie der Medienkonzern am Donnerstag in Berlin mitteilte. In der gemeinsamen Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat wird darauf verwiesen, dass der Geschäftsbereich der "Welt"-Gruppe laut Investorenvereinbarung fortgeführt werden soll.

Insbesondere an der langfristigen Zukunft der Tageszeitung "Die Welt" waren im Zuge der geplanten Übernahme öffentlich Zweifel aufgekommen. In der Stellungnahme heißt es, die Investorenvereinbarung folge dem "Leitprinzip, dass Axel Springer weiterhin über sämtliche Kanäle hinweg eine führende Stimme für unabhängigen Journalismus bleiben wird". In diesem Zusammenhang sei auf Initiative Axel Springers unter anderem geregelt, dass die "Welt"-Gruppe einschließlich der Tages- und Sonntagszeitungen, der digitalen Angebote und des Fernsehsenders fortgeführt werde. Einschränkend heißt es: "In Übereinstimmung mit der generellen Unternehmenspraxis ist dabei auf eine angemessene Ertragslage zu achten."

KKR bietet 63 Euro je Springer-Aktie. Das Angebot sei aus finanzieller Sicht fair und eine attraktive Prämie von 39,7 Prozent gegenüber dem letzten unbeeinflussten Börsenschlusskurs von 45,10 Euro vom 29. Mai 2019, erklärten Vorstand und Aufsichtsrat

Springer hatte Mitte Juni erklärt, KKR "zur Unterstützung der langfristigen Wachstumsstrategie" an Bord holen zu wollen. Der Medienkonzern wolle ein weltweit führender Anbieter von digitalem Journalismus und Rubrikenangeboten im Internet werden, kündigte Vorstandschef Mathias Döpfner an.

KKR will Springer von der Börse nehmen und mindestens 20 Prozent der Springer-Anteile übernehmen. Die Verlegerin Friede Springer, die 42,6 Prozent der Anteile kontrolliert, und Döpfner, der 2,8 Prozent der Anteile besitzt, wollen ihre Beteiligungen behalten. KKR könnte also insgesamt höchstens 54,6 Prozent der Anteile übernehmen: 44,8 Prozent befinden sich derzeit im Streubesitz, die Enkel des Verlagsgründers Axel Springer halten insgesamt 9,8 Prozent.

Zu Springer mit Sitz in Berlin gehören neben "Bild" und "Welt" auch die Nachrichtenseite "Business Insider", die News-App "Upday" sowie Kleinanzeigenportale wie "Immonet" und "Stepstone". Der Konzern betreibt zudem den TV-Nachrichtensender Welt. Springer beschäftigt mehr als 16.300 Mitarbeiter weltweit und hatte im vergangenen Jahr Umsatz und operativen Gewinn gesteigert. Der Konzernumsatz stieg um 4,1 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro.

KKR wurde 1976 in New York von Henry Kravis and George Roberts gegründet. Die Gesellschaft beschreibt sich selbst als führende globale Investmentfirma. Der Investor besitzt ein Fondsvolumen von rund 200 Milliarden Dollar. Gemeinsam mit dem Medienmanager Fred Kogel baut er derzeit ein neues deutsches Unternehmen im Film- und Fernsehbereich auf und hat dafür eine Reihe von Produktionsfirmen und Vertriebsgesellschaften aufgekauft. In der deutschen Medienbranche ist KKR bereits als ehemaliger Eigentümer von ProSiebenSat.1 bekannt. 2013 verkaufte der Investor seine verbliebenen Anteile an dem Fernsehkonzern.

epd kfr

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