Medienaufseherin: Eltern sollten Alexa aus Kinderzimmern verbannen

Medienaufseherin: Eltern sollten Alexa aus Kinderzimmern verbannen
11.07.2019
epd-Gespräch: Cristina Marina
epd

Nach der Veröffentlichung einer Studie über die Gefahren von Sprachassistenten für Kinder und Jugendliche mahnt die Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt, Cornelia Holsten, eine besondere Verantwortung der Eltern an. Auf keinen Fall sollten Alexa und ähnliche Geräte für kleine Kinder zugänglich sein. "Es ist so, als ließen Eltern einen Messerblock auf dem Tisch stehen und vertrauten einfach darauf, dass die Kinder schon nicht drangehen werden", sagte Holsten dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag in Bremen.

Es möge praktisch erscheinen, die Geräte mit Spracherkennungs-Software auch zugleich als Babyfon einzusetzen. "Aber wir wissen nicht, was mit den gespeicherten Sprachaufzeichnungen passiert", sagte Holsten, die auch Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten ist. Eltern sollten die mit dem Internet verbundenen Geräten konsequent aus den Zimmern von Kleinkindern verbannen. Überhaupt sollten Sprachassistenten in der Nähe von Kindern erst benutzt werden, wenn diese alt genug seien, um die damit verbundenen Risiken zu verstehen.

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat in einem Gutachten vor Alexa als potenziell gefährlich für Minderjährige gewarnt. Kinder und Jugendliche hätten der Speicherung ihrer Daten nicht eingewilligt, hieß es darin. Zudem könnten sie über Zugang zu Angeboten im Netz bekommen, die sie sonst nicht aufrufen dürften.

Holsten warnte, auf dieser Weise könnten Kinder auch mit pornografischen oder rassistischen Inhalten konfrontiert werden. Noch immer unterschätzten Eltern die Risiken. In der Beratung amüsierten sie sich oft, wenn ihr Kind etwa gefragt habe: "Alexa, hast du mich lieb?" Dabei verdeutliche gerade diese Frage die Gefahr: "Alexa gaukelt den Kindern vor, ihre Freundin zu sein." Das führe später dazu, dass Vertrauliches mitgeteilt werde, ohne die damit verbundenen Risiken zu sehen. Wichtig sei es deshalb, vor allem Eltern über die Gefahren aufzuklären.

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