Interreligiöses Treffen strebt Schutz religiöser Stätten weltweit an

Durch Explosion beschädigte St.-Sebastians-Kirche

© Chamila Karunarathne/AP/dpa

Spitzenvertreter von Glaubensgemeinschaften wollen sich für einen weltweiten Schutz religiöser Stätten einsetzen, nachdem unter anderem auch die St.-Sebastians-Kirche nördlich von Colombo zerstört wurde.

Interreligiöses Treffen strebt Schutz religiöser Stätten weltweit an
Nach den Anschlägen auf Kirchen in Sri Lanka und dem Massaker in einer Moschee im neuseeländischen Christchurch wollen sich Spitzenvertreter von Glaubensgemeinschaften für einen weltweiten Schutz religiöser Stätten einsetzen.

Das sagte der Generalsekretär der Organisation "Religions for Peace" (Religionen für den Frieden), William Vendley, am Montag in Berlin. Die interreligiöse Nichtregierungsorganisation will bei ihrer 10. Weltversammlung Ende August im bayerischen Lindau eine globale Bewegung ins Leben rufen, um einen solchen "Schutzring" zu etablieren. Weitere Themen der Versammlung am Bodensee, zu der rund 900 Delegierte und Gäste aus 100 Ländern erwartet werden, sind den Angaben nach aktuelle Konflikte und der Klimaschutz.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird laut Programm die viertägige Konferenz am 20. August offiziell eröffnen. Die Delegierten sollen in nicht-öffentlichen Sitzungen über Möglichkeiten geistlicher Anführer beraten, in aktuellen Konflikten zu vermitteln. Vendley betonte, dass es nicht um den reinen Dialog, sondern um konkrete Aktivitäten gehe. Er verwies auf Erfolge der Organisation in Bosnien-Herzegowina und in Sierra Leone. Vendley betonte, dass Religionsführer bei Friedensbemühungen eben keine Fremdkörper seien, sondern Teil der religiösen Gemeinschaften vor Ort.

Die Weltversammlung steht unter dem Motto "Für unsere gemeinsame Zukunft sorgen - das Gemeinwohl für alle fördern". Als Teilnehmer werden Christen, Muslime, Hindus, Buddhisten, Juden und andere Religionsvertreter erwartet, die auf dem Treffen öffentlich, aber auch in geschützten Räumen miteinander reden. Repräsentanten aus Jerusalem und Nigeria werden ebenso dabei sein wie Delegationen aus den verfeindeten Staaten Iran und Vereinigte Arabische Emirate. Eine von den Organisatoren angepeilte Quote soll dafür sorgen, dass der Anteil der Frauen und jüngeren Delegierten etwa bei jeweils 25 Prozent liegt.

Die Konferenz dauert bis zum 23. August. Inhaltlich begleitet und finanziell unterstützt wird sie vom Auswärtigen Amt - insbesondere vom Referat "Religion und Außenpolitik". Weltversammlungen der interreligiösen Organisation gibt es etwa alle fünf Jahre. Dies wird das zehnte Treffen sein, das erste in Deutschland. "Religionen für den Frieden" ist seit 1973 von den Vereinten Nationen als Nichtregierungsorganisation registriert.

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