Tote bei Anschlag auf evangelische Kirche in Burkina Faso

Roch Marc Christian Kabore

© Kay Nietfeld/dpa

Im Februar hatten Deutschland und Burkina Faso bei einem Besuch des Präsidenten Kaborés in Berlin engere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus vereinbart.

Tote bei Anschlag auf evangelische Kirche in Burkina Faso
Bei einem Anschlag auf eine evangelische Kirche im Norden von Burkina Faso sind sechs Menschen getötet worden. Bewaffnete hätten die Kirche in der Ortschaft Silgadji am Ende des Sonntagsgottesdienstes gestürmt, berichtete der französische Auslandssender RFI am Montag.

Der Pfarrer, seine beiden Kinder und drei Besucher des Gottesdienstes seien Zeugen zufolge erschossen worden, bevor die Täter auf Motorrädern entkommen konnten. In anderen Berichten war zunächst von fünf Toten die Rede. Hinter den Taten werden Islamisten vermutet.

Die Zahl der Anschläge von Anhängern des sogenannten Islamischen Staats in dem westafrikanischen Land nimmt seit Monaten zu. Es ist das erste Mal, das gezielt eine Kirche angegriffen wurde. Die Terroristen, die sich oft auf Motorrädern fortbewegen, hatten erst vor fünf Monaten den Markt von Silgadji überfallen und angezündet. Human Rights Watch zufolge haben Islamisten und die gegen sie kämpfende Armee in den vergangenen Monaten mehr als 150 Menschen im Norden des Landes getötet.

Der neuerliche Anschlag geht einem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Region voraus. Sie wird in dieser Woche in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou erwartet, wo sie Gespräche mit Präsident Roch Marc Kaboré führen wird. Deutschland unterstützt die regionale Anti-Terror-Truppe G5 Sahel, an der auch Burkina Faso beteiligt ist. Allerdings sind deren Einheiten auch zwei Jahre nach der Gründung noch nicht einsatzfähig. Die Bundeswehr ist Teil einer UN-Militärmission im Nachbarland Mali, in dem ebenfalls Terroristen wüten.