Fernsehwochenvorschau: "Echtes Leben: Wenn Kinder ihre Eltern pflegen"

ARD/WDR ECHTES LEBEN, "Wenn Kinder die Eltern pflegen"

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Michelle (20 Jahre) kümmert sie sich rund um die Uhr um ihre Mutter, die an Lungenkrebs erkrankt ist.

Fernsehwochenvorschau: "Echtes Leben: Wenn Kinder ihre Eltern pflegen"
Feiern und ausgehen ist für die 20-jährige Michelle kaum einmal möglich. Sie muss sich um ihre krebskranke Mutter kümmern. Rund eine halbe Million Jugendliche in Deutschland sind in einer ähnlichen Situation. Wie sie damit umgehen, zeigt eine Dokumentation am 24. März um 17.30 Uhr in der ARD.

23.3., Arte, 23.30 Uhr: "Philosophie: Verführung"

Wer verführen kann, wird oft bewundert. Die Philosophie misstraute dieser hehren Kunst jedoch schon seit Platon: Die Verführung galt als enge Verwandte von Lüge und Täuschung, die den Menschen von der Wahrheit wegführt. Gilles Lipovetsky, Dozent für moralische und politische Philosophie, hält dagegen, dass Verführung in der Natur omnipräsent ist: Blumen schmücken sich mit bunten Farben, um Bestäuber anzulocken, und Tiere balzen, um potenziellen Geschlechtspartnern zu gefallen. Und die Menschen? Wo ist die Grenze zwischen Verführung und sexueller Belästigung? Eine Aktivistin der feministischen Organisation Paye Ta Shnek gibt Antworten. Die nähere Beschäftigung mit dem Phänomen erlaubt eine weitere Hypothese: Was, wenn das wahre Wesen eines Menschen, wie Nietzsche behauptet, letztlich an der Oberfläche liegt?

24.3., ARD, 17.30 Uhr: "Echtes Leben: Wenn Kinder ihre Eltern pflegen"

Michelle ist 20 Jahre jung und hat gerade ihr Abitur gemacht. Auf Partys oder Ausgehen musste sie oft verzichten: Seit zehn Jahren kümmert sie sich rund um die Uhr um ihre Mutter, die an Lungenkrebs erkrankt ist. Michelle übernimmt Arbeiten im Haushalt, kocht, wäscht, hilft der Mutter beim An- und Ausziehen. Etwa 480.000 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren pflegen laut Hochrechnungen in Deutschland ihre Eltern. Oft haben die Kinder keine Wahl, erst recht, wenn die Eltern getrennt sind. Ein Pflegeheim können die Kinder meistens nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren. Die Pflege verändert ihr Leben, und die ständige Sorge kann tiefe Wunden hinterlassen. Normalerweise sind die Eltern für ihre Kinder da. Bei Michelle ist das anders. Der Film von Eva Fouquet zeigt den täglichen Balanceakt zwischen Alltag und Pflege.

24.3., ZDF, 9.30 Uhr: "Evangelischer Gottesdienst: Wer unter euch groß sein will"

Sollen Christen Macht ausüben? Und wenn ja, wie? Darüber predigt Pastor Alfred Schwarzwälder von der evangelisch-methodistischen Christuskirche Herrenberg. Thomas Egler (Klavier), Patrick Seyfang (Gitarre), Daniel Hofheinz (Percussion), Ellen Schwarzwälder und Birgit Wolpold (Flöten) gestalten in diesem Fernsehgottesdienst die Musik zwischen Klassik und Pop.

24.3., ARD alpha, 19.30 Uhr: "Respekt - Demokratische Grundwerte für alle!"

Grenzen können tödliche Hindernisse sein, aber auch Schutz vor Verfolgung. Wie sich Grenzen für Menschen auswirken, ist je nach Pass und sozialem Status höchst verschieden. Für Deutsche und die meisten anderen Europäer schien die Welt jahrzehntelang immer grenzenloser zu werden, doch globale Fluchtbewegungen, der Brexit oder Trumps Pläne für eine Mauer zwischen USA und Mexiko bringen Grenzen machtvoll zurück - in unser Bewusstsein und ganz real in unser Leben.

Der Film geht aktuellen Fragen nach: Was bedeutet diese neue Konjunktur der Grenze? Wie haben sich Grenzen historisch entwickelt? Welche Bedeutung haben sie für die Demokratie? Was kosten Grenzen - und wen? Bei Grenzen geht es immer darum, ein Innen vor einem Außen zu schützen, aber was bewirkt das bei Menschen und ihren Gesellschaften? Auf der Suche nach Antworten übertritt Moderator Ramo Ali selbst Grenzen. Er trifft Fluchthelfer, die DDR-Bürgern den Weg über die Grenze in die Freiheit geebnet haben. Er erfährt von dem Holocaust-Überlebenden Laudislaus Löb, wie ihm die Schweizer Grenze 1944 das Leben rettete. Und er testet im Rahmen eines Experiments, wie Menschen reagieren, wenn ihnen plötzlich Grenzen in den Weg gestellt werden.

25.3., 3sat, 23.55 Uhr: "37 Grad: Plattgemacht"

Suhl-Nord war einst ein modernes Plattenbauviertel in Thüringen, aber nach der "Wende" ging es bergab. Von 14.000 Bewohnern sind nur noch 3.650 übrig. Sanierung lohnt nicht, Platte für Platte wird nun abgerissen. Die Bewohner werden umgesiedelt. Der Film von Gregor Eppinger und Anna Grün beschreibt, was es für die Menschen bedeutet, ihr Zuhause zu verlieren. Suhl liegt etwa 70 Kilometer südlich von Erfurt. In den 1960er und 1970er Jahren wurde aus dem kleinen Städtchen eine DDR-Vorzeigestadt. Doch nach 1989 begann der Wandel. Die volkseigenen Betriebe schlossen, Arbeitsplätze gingen verloren, die Jungen zogen weg. 40 Prozent der Einwohner sind heute über 60 Jahre, der höchste Wert im Vergleich aller kreisfreien Städte und Landkreise in Deutschland. Diese Entwicklung soll sich ändern: In Suhl will man die Schrumpfung als Chance sehen. Die Strategie der Stadt und der städtischen Wohnungsbaugesellschaften heißt: Abriss, bevor sich der Leerstand im Wohngebiet Suhl-Nord ausbreitet. "37 Grad" hat ein Jahr lang drei Protagonisten begleitet, die noch in Suhl-Nord leben.

25.3., NDR, 22.00 Uhr: "45 Min: Sarg war gestern - Wohin geht die letzte Reise?"

Die Reportage wirft einen ganz persönlichen Blick auf den Wandel der Bestattungskultur in Deutschland. Sie ist ein Denkanstoß für die eine Frage, die noch immer zu oft totgeschwiegen wird: Was bleibt von mir, wenn ich einmal gehe? Und wie soll das Ziel aussehen: Kolumbarium, Friedwald, Bergbach - oder doch lieber Edelstein? Bestattungen werden immer persönlicher. Viele Menschen sehnen sich nach individueller Freiheit, auch über den Tod hinaus. Für die Friedhöfe in Deutschland wird diese Sehnsucht aber zum Problem: Sie beklagen zunehmend Leerstände und müssen teilweise sogar schließen. Philipp Kafsack und Christian Papesch fragen Menschen, wie sie gerne einmal bestattet werden wollen, und begleiten sie bei der Organisation ihrer eigenen Beisetzung. Die Autoren besuchen den einzigen Übungsfriedhof Europas und sprechen mit Bestatterschülern über Gegenwart und Zukunft ihres Wunschberufs und dessen Herausforderungen. Anders als in den meisten Nachbarländern gelten in Deutschland Friedhofszwang und die Unteilbarkeit der Asche, was viele moderne Bestattungsformen hierzulande gesetzeswidrig macht. In Tschechien hingegen ist von der Luft- bis zur Bergbachbestattung fast alles möglich. Eine Firma aus Österreich bietet sogar ein Stück Erinnerung zum Mitnehmen: einen Edelstein, gefertigt aus der Asche des Verstorbenen.

26.3., ZDF, 22.15 Uhr: "37 Grad: Guter Hoffnung"

Drei Paare, drei Religionen und ein alles veränderndes Ereignis: Aljoscha Gabriel Hofmann begleitet ein jüdisches, ein christliches und ein muslimisches Paar bei dem großen Abenteuer, ein Kind zu bekommen. Den drei Paaren ist eines gemeinsam: Ihr Glaube gibt ihnen Kraft und Sicherheit. Die Zuschauer erleben die Vorbereitungen auf eine Zukunft, von der vorerst nur eine vage Vorstellung existiert: der Umzug in die größere Wohnung, das Zusammenschrauben des Babybetts, Gespräche mit der Hebamme, die Namensfindung, die Gebete zu Gott. Dann ist es so weit: die Fahrt ins Krankenhaus, die immer kürzer werdenden Abstände zwischen den Wehen, das gespannte Warten vor dem Geburtszimmer.

Die Sängerin Niva (37) und und der Dirigent Omer (46) haben bereits eine kleine Tochter. Gili (4) teilt die Leidenschaft ihrer Eltern für Musik. So laut sie kann, singt sie am Sabbat die hebräischen Lieder. Dass sie inmitten eines sehr arabisch geprägten Stadtteils in Berlin lebt, ist für die jüdische Familie kein Widerspruch, im Gegenteil: Für Niva ist es ein Glück und Wunder, dass zu den Spielkameraden ihrer Tochter auch palästinensische Kinder gehören. Nun erwartet die Familie mit großer Freude weiteren Zuwachs. Während Niva noch ein bisschen Sorge hat, dass sie ihrer Tochter wegen des Babys nicht mehr genug Aufmerksamkeit schenken kann, ist für Omer klar, dass seine Familie noch größer werden soll. Voller Stolz steht er eine Woche nach der Geburt seiner zweiten Tochter in der Synagoge und ruft ihren Namen laut heraus; eine jüdische Tradition, um die Neugeborenen in der Gemeinde willkommen zu heißen.

Die zweite Familie, die Hofmann vorstellt, sind Christen: Martha (28), Martin (35) und Mateo (3). Bald werden sie zu viert sein, deshalb ziehen sie in eine größere Wohnung. Ihr Glaube gibt ihnen Halt und Sicherheit in dieser Zeit der Veränderung. Auch Martha fragt sich, wie ihr Erstgeborener auf das Baby reagieren wird. Nach der Geburt wird Töchterchen Linnea mit einer feierlichen Taufe in die evangelische Gemeinde aufgenommen.

Das muslimische Paar Weam und Ahmed, beide 26, erwartet sein erstes Kind. Auch sie stellen sich Fragen: Wird Weam ihr Studium und das Mutterdasein gut miteinander vereinen können? Und was ist mit Ahmed? Was ist mit seinen Träumen und Wünschen? Als die Tochter dann auf der Welt ist, sind die Sorgen und Ängste fürs Erste überstanden. Jetzt gilt es, sie gebührend zu empfangen. Dazu wird mit Familie und Freunden ein großes Fest gefeiert. Dabei werden dem kleinen Mädchen die ersten Haare geschoren und ihr Gewicht in Silber aufgewogen, um es dann einem guten Zweck zu spenden.

26.3., 3sat, 22.25 Uhr: "Zwischenstation"

"Du kannst vom Bett aus die ganzen schönen Frauen beobachten", erzählt der gelernte Elektriker Bernd. Gemeint ist sein exklusiver Schlafplatz unter der Wittelsbacher Brücke in München. Als obdachloser Alltagsphilosoph mit einer Vorliebe für Konfuzius-Zitate erfreut er nicht nur seinen ungarischen "Mitbewohner" Zoltan mit kleinen Lebensweisheiten, sondern auch Jogger und Passanten, die ihm im Gegenzug etwas Geld oder etwas zum Essen bringen. Nur den Tod seiner Freundin hat Bernd bis heute nicht verwunden. Alexander Bambachs Reportage ist das eindringliche Porträt zweier bettelarmer Lebenskünstler.

26.3., Arte, 0.45 Uhr: "Pfarrer werden"

Während den meisten Menschen die Fähigkeit des Glaubens abhandengekommen zu sein scheint, bauen angehende Pfarrer ihre berufliche Existenz auf die Glaubensbereitschaft. Die Dokumentation begleitet junge Männer aus dem Osten Deutschlands durch das einjährige Vikariat, eine besondere Probezeit nach dem Studium. Die Vikare müssen sich in ihren Kirchengemeinden bewähren und parallel dazu im Wittenberger Predigerseminar ihre theologische und persönliche Eignung beweisen. Die eigene Glaubensstärke steht auf dem Prüfstand, aber auch der Handlungsspielraum kirchlicher beziehungsweise seelsorgerischer Arbeit.

Die Dokumentation geht dabei auch wichtigen Fragen nach: Was bedeutet Glaube? Wer glaubt heute noch so stark, dass er bereit ist, in eine zunehmend säkularisierte Gesellschaft hinauszugehen und eine Botschaft weiterzugeben, die immer weniger hören wollen? Warum entscheidet sich ein junger Mensch für ein langwieriges, anspruchsvolles Studium, um schließlich für eine kleine Gemeinde auf dem Lande rund um die Uhr erreichbar zu sein? Die Macher des Films glauben selbst nicht und waren gerade deshalb von den angehenden Pfarrern und Pfarrerinnen fasziniert. Bisher haben die Vikare auf der Universität theoretisches Wissen gesammelt. Jetzt werden sie das erste Mal in real existierenden Kirchgemeinden mit der Arbeitswelt eines Pfarrers konfrontiert und müssen lernen, ihren Glauben mit Worten und Gesten zu vermitteln. In regelmäßigen Abständen kommen sie im Predigerseminar in Wittenberg zusammen, um ihr Wissen zu vertiefen und diese Erfahrungen zu verarbeiten. Die Filmemacher sind dabei: wenn der Segen geübt wird, eine Predigt erarbeitet wird, aber auch bei gemeinsamen Festen und privaten Momenten. Ein intensiver Einblick, der vermittelt, wie viel Enthusiasmus und Begeisterung die zukünftigen Pfarrer und Pfarrerinnen mitbringen, aber auch welche Irritationen und Krisen einige zu meistern haben.

27.3., NDR, 23.50 Uhr: "7 Tage … Pfleger"

Alles, nur nicht alte Menschen waschen und sauber machen müssen: Das war der feste Vorsatz von NDR-Reporter Martin Rieck, als er vor zwanzig Jahren seinen Zivildienst antreten musste. Nun will er über seinen eigenen Schatten springen und für sieben Tage als Pfleger im Seniorenzentrum St. Markus in Hamburg arbeiten. Er möchte wissen: Wie viel Leid nimmt man als Pfleger mit nach Hause? Und wie ist es, jeden Tag mit der Vergänglichkeit des Lebens konfrontiert zu werden?

Der Pflegeberuf hat ein schlechtes Image: geringe Bezahlung, Schichtarbeit und chronische Unterbesetzung. Bleibt unter diesen Bedingungen überhaupt noch genügend Zeit, auf die Senioren einzugehen, wenn der Tagesplan extrem eng getaktet ist? Rieck muss den Pflegebedürftigen Haare kämmen, ihren Körper waschen, Frühstück verteilen oder mal die Hand einer alten Frau nehmen, wenn ihr Herz mal wieder schmerzt und sie spazieren gehen möchte. Auch am Silvesterabend hat er Schicht. Die Feier im Pflegeheim beginnt bereits um 17 Uhr, denn die meisten Senioren sind zum Jahreswechsel schon im Bett. Was wünscht man sich vom neuen Jahr, wenn man am Ende seines Lebens steht? Ein berührender Film über einen Beruf, in dem man stark sein muss für die Schwachen unter uns, zu denen man einmal selbst gehören könnte.

27.3., BR, 19.00 Uhr: "Stationen: Gesund durch Glauben?"

"Glaube versetzt Berge", sagt ein Sprichwort. Aber hat Glaube auch einen medizinischen Effekt? Studien, vor allem aus den USA, belegen: Wer glaubt, lebt länger. Demnach haben religiös und kirchlich eingebundene Menschen stabilere Ehen, trinken weniger Alkohol, meiden Nikotin und andere Drogen. Viele Jahrhunderte lang waren Religion und Medizin miteinander verbunden. Religionsstifter gelten bei ihren Anhängern seit jeher auch als Heiler - seien es Jesus, Buddha, Mohammed oder Schamanen. Kann Glaube die Gesundheit wirklich beeinflussen? Oder ist alles nur geschicktes Marketing und Placebo-Effekt? In der Sendung kommen Ärzte, Theologen und Geheilte zu Wort.

28.3., Kabel Eins, 20.15 Uhr: "Ab ins Kloster!"

Weihrauch statt Zigaretten, Bibel statt Smartphone, Rosenkranz statt Randale: In der vierteiligen neuen Reihe lassen sich in jeder Folge vier junge Menschen auf ein Experiment ein.  Für einige Tage müssen sie Party, Alkohol und das Internet aufgeben, um sich auf die wesentlichen Dinge im Leben zu besinnen. Zum Auftakt müssen sich vier junge Frauen, vom Sender als "handysüchtige Partygirls" eingestuft, den strengen Ordensregeln der Franziskanerinnen im Kloster Gegenbach unterwerfen. In der zweiten Folgen treten vier männliche Jugendliche vorübergehend in die Bendiktiner-Abtei Ottobeuren ein.

28.3., WDR, 22.40 Uhr: "Menschen hautnah: Gasthof zum neuen Leben"

Es ist voll auf dem Dorfplatz in Fürstenberg. Alle sind heute gekommen: der Spielmannszug, der Karnevalsverein, der Bürgermeister, die Jagdhornbläser. Alle wollen sich bei Franz Hartong bedanken. In der siebten Generation seiner Familie ist der 69-Jährige Gastwirt in dem kleinen Ort in Ostwestfalen. Aber heute ist Schluss, Franz Hartong schließt seine Gaststätte. Das Lokal war Versammlungsort für Vereine und Proberaum für den Chor, hier traf man sich nach Beerdigungen oder bei runden Geburtstagen.

Zum Glück fanden sich Nachfolger: Familie Klaaßen. Mutter Ruth arbeitet als Erzieherin, Vater Reimund als Industriemechaniker. Sie haben kaum Erfahrung in der Gastronomie. Doch gemeinsam mit den drei Kindern wollen sie versuchen, den Gasthof zu retten - und damit vielleicht auch sich selbst, denn die Klaaßens haben eine harte Zeit hinter sich. Ein halbes Jahr zuvor haben sie eine 17 Jahre alte Tochter bei einem Autounfall verloren. Ruth fragte sich, wie sie nach dieser familiären Katastrophe weitermachen sollen. Da kam ihr die Idee mit dem Gasthof.  Das könnte der Neuanfang sein, den die Familie jetzt brauchte. Der Film begleitet die Klaaßens durch eine aufregende Zeit voller großer und kleiner Dramen, voller Hoffnungen und Rückschläge. Sie müssen unter Zeit- und Gelddruck den Gasthof umbauen, das Zimmer der toten Tochter ausräumen und dann mitten in der stürmischen Anfangsphase den Jahrestag des Unfalls durchstehen. Wird das Dorf sie bei ihrem mutigen Neustart unterstützen? Wie stehen sie die stressige Zeit gesundheitlich durch? Schafft die Familie den erhofften Neustart?

28.3., WDR, 23.25 Uhr: "Menschen hautnah: Mein Mann und der Alkohol"

Es gibt schätzungsweise mindestens acht Millionen Angehörige von suchtkranken Alkoholikern in Deutschland. Experten stellen in solchen Fällen oft eine Ko-Abhängigkeit fest: Nicht, weil diese Menschen ebenfalls trinken, sondern weil die Krankheit auch ihr Leben fest im Griff hat. Das Tabu, darüber zu sprechen, ist bei den Betroffenen riesengroß.

Die Reportage stellt drei Frauen von Alkoholikern vor. Luise, Sigrid und Agnes gehen auf ganz verschiedene Weise mit der Alkoholsucht ihrer Männer um. Luise ist 65 Jahre alt. Erst vor kurzem hat sie sich von ihrem Mann Peter getrennt und sich eine kleine Wohnung gesucht - nach 39 Jahren Ehe. Zum Schluss trank Peter bis zu zwei Flaschen Rum am Tag. Luise konnte nichts dagegen tun, wollte ihren Mann aber auch nicht verlassen. Bis ihre Tochter den Kontakt abbrach. Das gab Luise den letzten Anstoß, sich zu befreien. Nun muss sie sich den Vorwürfen ihrer Tochter stellen. Sigrid hat bis zum Ende gekämpft und doch verloren. Immer dachte sie, sie kann ihren Frank retten, durch unerschöpfliche Liebe und Geduld. Heute fragt sie sich, ob sie ihm mehr Grenzen hätte setzen sollen. Agnes hat das getan: Sie hat Heinrich angedroht, ihn zu verlassen, wenn er keine Therapie macht. Heinrich ist seit vier Jahren trocken. Und doch hat der Alkohol viel Vertrauen zwischen ihnen zerstört. Bis heute kämpfen sie um ihre Beziehung.

29.3., Arte, 19.40 Uhr: "Re: Zuhause alt werden"

Zuhause wohnen bleiben: Das ist ein Herzenswunsch fast aller Senioren. Wie kann das gelingen, wenn es ohne Hilfe nicht mehr geht? In den Niederlanden sind die Kommunen gesetzlich verpflichtet, dafür zu sorgen. Ohne ehrenamtliche Helfer ist das nicht zu schaffen. Der Film geht der Frage nach, ob das holländische Modell ein Vorbild für ganz Europa sein kann. Die Hilfe für Rentner wie Jan, 93, beginnt mit dem sogenannten Küchentischgespräch. Dabei fragt ein Sozialarbeiter nach den individuellen Bedürfnissen: Was geht noch alleine, was nicht? Dann organisiert er ein Netzwerk aus Helfern. Jans Tochter kümmert sich um Wäsche und Garten, die Nachbarin fährt den alten Mann gelegentlich zum Arzt, eine Ehrenamtliche bringt ihm das Mittagessen vorbei, der ambulante Pflegedienst kommt regelmäßig. So kann der 93-Jährige trotz dreier Herzinfarkte noch immer in der eigenen Wohnung leben, ohne ein Vermögen für die Hilfe ausgeben zu müssen.

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